Herbstzeitfestival im Kunstraum Zumhof Frauen im Rampenlicht

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Beim Herbstzeitfestival im Kunstraum Zumhof werden dieses Mal weibliche Kunst und Musik präsentiert. Die Veranstalter freuen sich, dass das Festival stattfinden kann – und nehmen ein Minus in Kauf.

Ach die Künstlerin Sibylle Bross ist beim diesjährigen Herbstzeit-Festival zu sehen. Foto:  
Ach die Künstlerin Sibylle Bross ist beim diesjährigen Herbstzeit-Festival zu sehen. Foto:  

Rudersberg - Nur Frauenkunst? Ist das nicht eintönig? Von wegen! Beim nunmehr siebten Herbstzeitfestival zeigt der Kunstraum Zumhof weibliche Positionen zeitgenössischer Kunst – die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Zusammen mit seiner Frau Andrea hat der Bildhauer Thilo Mössle sein umgebautes Bauernhaus im beschaulichen Rudersberger Teilort Zumhof dafür wieder in eine temporäre Galerie verwandelt – was er für gewöhnlich einmal im Jahr macht. In der Werkstatt, im Flur, im Gewölbekeller sind von Freitag an Werke von fünf Frauen zu sehen.

Spektrum von Helen Ashbee bis zu Yana Duga

Zwei der Künstlerinnen sind bereits gestorben: Gezeigt werden die faszinierenden Stickarbeiten von Ilse Rose Stetter und die abstrakten Skulpturen von Helen Ashbee. Ihre Werke sind in Apulien entstanden, wo Helen Ashbee in den 1970er Jahren eine Handwerker- und Künstlergemeinschaft aufgebaut hat. Ihre Skulpturen hat der Schorndorfer Künstler Ulrich Kost beigesteuert: „Er war mit ihr befreundet“, erklärt Mössle.

Den Gegensatz bilden zwei junge Künstlerinnen: Carmen Weber studiert noch und hat sich auf Lithografie spezialisiert. Die russische Künstlerin Yana Duga lebt in Schorndorf, leuchtende Farben und eigenwillige Kompositionen zeichnen ihre Werke aus. Und mittendrin finden sich Bilder von Sibylle Bross, einige davon sind im Garten der Mössles entstanden.

Alle Veranstaltungen sind auf 70 Gäste begrenzt

Von dieser grünen Oase ist dieses Mal nicht viel zu sehen: „Weil das Wetter schlecht angesagt ist, werden wir überall Zelte aufstellen“, erzählt Thilo Mössle. Sonst konnte bei Regen ins Gebäude ausgewichen werden. Doch wegen der Hygieneauflagen ist das dieses Mal nicht möglich. „Wir sind froh, dass wir die Genehmigung bekommen haben“, sagt der 54-Jährige. Alle Veranstaltungen sind auf 70 Gäste begrenzt. In die Ausstellung dürfen 14 Besucher gleichzeitig, deswegen werden die Gäste der Vernissage in kleinen Gruppen durch die Galerie geführt.

Die Vernissage ist bereits ausgebucht, bei allen anderen Veranstaltungen gibt es noch Plätze: etwa bei den Sonntagsführungen mit Ulrich Kost und den verschiedenen Konzerten. Bei Letzteren stehen – wie sollte es anders sein – ebenfalls Frauen im Rampenlicht. Erst zum Abschluss am Samstag, den 10. Oktober, treten mit The Tremollets Männer auf.

Kunstraum Zumhof rechnet mit einem erheblichen Minus

Bisher, erzählt Thilo Mössle, hätten sich Musik und Kunst nicht nur dadurch befruchtet, dass zu den Konzerten ein Publikum nach Zumhof gekommen sei, das teilweise mit Kunst nicht viel habe anfangen können. „Der ein oder andere hat aber doch neugierig in die Ausstellung geschaut“, erzählt er. Auf der anderen Seite konnten die auftretenden Musiker durch die Provision für verkaufte Kunstwerke bezahlt werden.

In diesem Jahr wird diese Rechnung nicht aufgehen. Mit mehreren tausend Euro Minus rechnet Thilo Mössle. „Wir haben uns etwas angespart, wir werden das überstehen“, sagt er. Um Förderung hat er sich bemüht. Keine hat gepasst, was er sehr schade findet: „Immerhin sollten wir im Frühjahr als Leuchtturm unter den Kulturveranstaltungen auf dem Land von uns im Regierungspräsidium berichten.“Alle Infos finden sich auf der Homepage.




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