Der Herzogin von Cambridge kommt in der britischen Monarchie eine Schlüsselrolle zu. Nicht umsonst vergleichen Royal-Experten Kate schon mit Elizabeth Bowes-Lyon, der legendären „Queen Mum“.

Digital Unit : Theresa Schäfer (the)

London - In den 1990er Jahren hatten viele junge britische Mädchen ein Poster von Prinz William in ihrem Zimmer hängen. An Kate Middletons Wand hing der Kerl von der Levi’s-Werbung. Man kann vermuten, dass die junge Engländerin viele andere Pläne hatte, als eines Tages „Queen Consort“ von Großbritannien zu werden. Und doch scheint sie die geborene Königin: Loyal, pflichtbewusst, von natürlicher Eleganz.

In Großbritannien wird Herzogin Kate, die am Sonntag 40 wird, bereits mit Elizabeth Bowes-Lyon verglichen. „Queen Mum“, die Mutter von Queen Elizabeth II. und Frau von King George VI., verzauberte die Welt mit ihrem Anmut – und gewann mit ihrem stählernen Willen und Durchhaltevermögen während des Zweiten Weltkriegs den Respekt ihrer Landsleute. Bowes-Lyon stammte aus niederem schottischen Adel. In der Geschichte des britischen Königshauses sind es oft die Outsider, die sich als Glücksfall für die Monarchie erweisen. Auch der vergangenes Jahr verstorbene Prinz Philip war so einer.

Ein Kind der gehobenen britischen Mittelschicht

Herzogin Kate ist die ultimative Outsiderin. Sie ist ein Kind der gehobenen britischen Mittelschicht. Geboren wird Catherine Elizabeth Middleton am 9. Januar 1982 als Tochter eines Flugzeug-“Dispatchers“ und einer Flugbegleiterin. Als Kate im Grundschulalter ist, gründen ihre Eltern Michael und Carole ein Unternehmen für Partybedarf – und werden damit reich. Kate und ihre Geschwister gehen auf die besten Schulen des Landes. Auf der schottischen Universität St. Andrews lernt sie Prinz William kennen. Sie werden Freunde, Mitbewohner und schließlich ein Paar. Als Kate 2011 Williams Frau wird, weiß sie ziemlich genau, was auf sie zukommt. Jahrelang musste sie sich in Londons Straßen Paparazzi erwehren und spöttische Schlagzeilen wie „Waity Katie“ ertragen.

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Die Herzogin von Cambridge sei die „Geheimwaffe“ der königlichen Familie, schrieb Royals-Expertin Emily Andrews in der „Sun“. So geheim ist es allerdings gar nicht mehr, dass Kate in der von Prinz Charles avisierten „slimmed-down monarchy“ (abgespeckten Monarchie) eine Schlüsselrolle zukommt. Wenn Charles nach dem Tod seiner Mutter König wird, wird sein Sohn William Thronfolger und Prince of Wales. Dann hätte Großbritannien Jahrzehnte nach Dianas Tod endlich auch wieder eine Prinzessin von Wales: Kate.

Kate spielt bei den Windsors eine Hauptrolle

Schon jetzt spielt die Herzogin bei den Windsors eine royale Hauptrolle: Sie steht zahlreichen Wohltätigkeitsorganisationen vor und engagiert sich vor allem für junge Familien und frühkindliche Förderung. Ein Thema, das der Mutter von drei Kindern – Prinz George (8), Prinzessin Charlotte (6) und Prinz Louis (3) – persönlich am Herzen liegt. Wer sie trifft, schwärmt, wie freundlich die Herzogin sei und wie gut informiert.

Fehltritte leisten sich William und Kate praktisch keine. Sie halten sich zurück: Nur nicht polarisieren. Bescheiden und nahbar auftreten. Im Gegensatz zu Meghan und Harry, den „Enfants terribles“ aus Amerika, wirken die Cambridges da in ihrer Perfektion fast ein bisschen langweilig.

„Bond-Girl der Nation“

Doch es sind Auftritte wie beim Weihnachtskonzert in Westminster Abbey, mit denen Kate die Herzen ihrer Landsleute immer aufs Neue erobert: Da griff die Herzogin selbst in die Tasten und spielte erstmals öffentlich Klavier, als Begleitung für Popstar Tom Walker.

Und natürlich sind die Briten auch verdammt stolz, wenn ihre schöne Herzogin bei der Premiere von „No Time To Die“ wie das „Bond-Girl der Nation“ in einer spektakulären goldenen Abendrobe über den roten Teppich schreitet. „Die Menschen lieben William und Kate“, sagt die frühere Royals-Sprecherin Colleen Harris. „Weil sie in ihnen normale Menschen mit Feenstaub sehen.“

Dass Kate auch in der Familie ein Ankerpunkt ist, sah man bei der Beisetzung von Prinz Philip Mitte April: Sie tröstete ihren Schwiegervater, den sichtlich mitgenommenen Prinz Charles, vermittelte augenscheinlich ein Gespräch zwischen William und Harry und wirkte dabei stets zurückgenommen und würdevoll. Die britischen Medien waren hingerissen: Kate habe ausgesehen wie eine wahre Königin.

Der Vergleich mit „Queen Mum“ Elizabeth Bowes-Lyon liegt da nahe. Sie habe das gleiche Temperament, sagt Kates ehemaliger Privatsekretär Jamie Lowther-Pinkerton, der auch für „Queen Mum“ arbeitete, der Zeitung „The Times“. „Sie hat dieses Königinmutter-Gefühl in sich, sodass sie da ist, wenn etwas getan werden muss.“ Kates früherer Berater David Manning sieht die Herzogin als entscheidenden Faktor für die Zukunft der Monarchie: „Sie ist von zentraler Bedeutung für ihren künftigen Erfolg.“

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