Indonesien und Kenia Tötung von seltenem Sumatra-Elefant sorgt für Empörung

Von red/dpa 

In Indonesien finden Waldarbeiter den verstümmelten Kadaver eines seltenen Elefanten, der vermutlich Wilderern zum Opfer fiel. Auch in Kenia sorgt die Tötung eines Elefanten für Empörung - weil ein Video zeigt, wie brutal Menschen den Dickhäuter abschlachteten.

Auf der Welt gibt es nur noch etwa 3000 Sumatra-Elefanten. Foto: imago/Nature Picture Library/imago stock&people
Auf der Welt gibt es nur noch etwa 3000 Sumatra-Elefanten. Foto: imago/Nature Picture Library/imago stock&people

Jakarta/Nairobi - Waldarbeiter haben auf der indonesischen Insel Sumatra einen seltenen Sumatra-Elefanten tot aufgefunden - ohne seine Stoßzähne. Das etwa 40 Jahre alte männliche Tier wurde offensichtlich Opfer von Wilderern getötet, wie die regionale Naturschutzbehörde am Mittwoch mitteilte. Nach Angaben der Tierschutzorganisation WWF gibt es inzwischen weniger als 3000 Sumatra-Elefanten. Wilderei und die Rodung der Wälder macht dem Bestand zu schaffen.

Auch in Kenia hat der Tod eines Elefanten Empörung und Betroffenheit ausgelöst. Auf einem Video sind Dorfbewohner dabei zu sehen, wie sie mit Macheten und Äxten auf das am Boden liegende Tier einhacken, während andere es mit Steinen bewerfen. Nach Angaben des nationalen Wildlife Services (KWS) hatte sich der Vorfall im Vorjahr etwa 250 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nairobi zugetragen, wo der Kadaver eines streunenden Elefanten aus dem Ncoroiboro–Imenti-Schutzgebiet gefunden worden war.

Immer wieder Zwischenfälle

Insgesamt waren damals zwei Ausreißer auf einer Farm entdeckt worden, als Anwohner mit Äxten und Macheten die Verfolgung aufnahmen. Ein Tier entkam, das andere fiel in eine Bodensenke und brach sich ein Bein. „Als der Wildlife Service am Tatort erschien, waren die Schuldigen schon verschwunden; das nun in Umlauf gebrachte Video war damals nicht verfügbar, daher gab es keine Verfolgung“, teilte die Parkbehörde mit. Dank der in Umlauf gebrachten Bilder würden die Täter verfolgt.

Die Tierschützerin Paula Kahumbu sprach von einem traurigen Vorfall. „Vielleicht das Traurigste bei der Tötung eines Elefanten in Kenia ist die Tatsache, dass es schon im Vorjahr passierte, ohne dass wir etwas davon wussten.“ In Kenia gibt es immer wieder Zwischenfälle zwischen Menschen und Wildtieren. „Elefanten sind intelligente Tiere und haben ein gutes Landschaftsgedächtnis - so dass die Möglichkeit besteht, dass der Elefant auf einer alten Wanderroute unterwegs war, als er auf Menschen stieß“, sagte Maurice Nyaligu von der Tierschutzorganisation WWF Kenia der Deutschen Presse-Agentur.