Interview mit Andrea Petkovic "Oh, eine Sportlerin, die ein Buch liest"

Mit vollem Einsatz auf dem Weg nach oben: Andrea Petkovic will das deutsche Tennis wieder in den Blickpunkt rücken. Foto: dpa
Mit vollem Einsatz auf dem Weg nach oben: Andrea Petkovic will das deutsche Tennis wieder in den Blickpunkt rücken. Foto: dpa

Andrea Petkovic ist die neue deutsche Tennishoffnung. Im Interview spricht die Weltranglisten-19. über ihr Einserabitur und Vorurteile.

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Stuttgart - Vor zwei Wochen ist Andrea Petkovic (23) in Miami mit Siegen gegen die Top-Ten-Spielerinnen Caroline Wozniacki aus Dänemark und die Serbin Jelena Jankovic ins Rampenlicht gerückt. Dass nun einiges auf sie zukommen wird, ist ihr vollkommen bewusst.

Frau Petkovic, nach Ihren Erfolgen in Miami sollen Sie gleich dem gesamten deutschen Tennis zur Wiederauferstehung verhelfen. Schaffen Sie das?
Es prasselt jetzt wirklich sehr viel auf mich ein. Ich würde zwar nicht sagen, dass ich Angst vor all dem habe, aber ich habe Respekt davor. Das wird eine ganz neue Situation für mich. Daran muss ich mich erst gewöhnen. Denn nach zwei Wochen wird der ganze Rummel wohl nicht vorbei sein. Es kann ja sein, dass es noch sehr lange so weitergehen wird.

Sie könnten sich also daran gewöhnen?
Ich öffne jetzt eine Tür zu einem neuen Lebensabschnitt. Deswegen bin ich auch sehr gespannt, wie ich damit umgehen werde. Dass ich daran hoffentlich wachsen und nicht daran zerbrechen werde. Vielleicht kann ich jeden Tag vier Stunden lang Pressekonferenzen geben, und es macht mir nichts aus. Aber vielleicht sind mir zehn Minuten auch schon zu viel. Ich muss jetzt meine eigenen Grenzen austesten.

Belastet Sie der Wirbel?
Nein. Denn ich bin ja jemand, der von Natur aus kommunikativ ist und sprechen kann - und auch sprechen will. Es nimmt allerdings sehr viel von meiner Zeit weg. Aber aus allem kann ich mich auch nicht herauswinden. Deswegen ist es ein zweischneidiges Schwert für mich. Ich muss jetzt erst mal lernen, mit der neuen Situation umzugehen, ohne abzudrehen. Denn mir hat zuletzt jeder gratuliert, den ich mal gesehen und nicht gesehen habe.

Hat Roland Koch, bei dem Sie mal ein Praktikum absolviert haben, auch schon Glückwünsche übermittelt?
Der Rolli (lacht). Nee, Rolli hat sich noch nicht gemeldet. Aber ich habe auch eine neue Handynummer. Früher hat er mir auch richtig offiziell von der hessischen Staatskanzlei einen Brief geschrieben. Da standen dann Sachen drin wie: "Das Land Hessen freut sich." Das war immer sehr witzig. Aber im Gegensatz zu Rolli kommen jetzt natürlich auch viele Leute, die auf den Zug aufspringen. Leute, die sich vorher nicht für mich interessiert haben. Noch hält es sich in Grenzen. Aber was die Aufmerksamkeit angeht, kommt jetzt beim Fedcup und beim Porsche-Grand-Prix bestimmt die Bombe.

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