InterviewInterview mit Schauspielerin Kate Winslet „Jeder Rolle verändert mich ein bisschen“

Von Bettina Aust 

Die Schauspielerin Kate Winslet spricht über ihren neuen Film, Leonardo DiCaprio und Dreharbeiten bei minus 20 Grad.

Durch Schnee und Eis: Kate Winslet in „Zwischen zwei Leben“ Foto: dpa
Durch Schnee und Eis: Kate Winslet in „Zwischen zwei Leben“ Foto: dpa

London - Berühmt wurde Kate Winslet vor zwanzig   Jahren    mit   dem    Film „Titanic“. Die Dreharbeiten zu dem Monumentalwerk waren legendär strapaziös. Jetzt hat die 42-jährige Britin für ihr neues Drama „Zwischen zwei Leben – The Mountain between us“ wieder in einer Art Ausnahmezustand gearbeitet. Diesmal stürzt sie mit einem Flugzeug im Hoch­gebirge ab und muss sich mit ihrem ­Filmpartner Idris Elba durch Unmengen von Schnee und Eis zurück in die Zivili­sation kämpfen.

Frau Winslet, Ihr neues Drama „Zwischen zwei Leben   –   The Mountain between us“  ­haben Sie in den eisigen Höhen der ­kana­dischen Berge gedreht. Welches Projekt war anstrengender, dieser Film oder „Titanic“?
Das kann man nicht vergleichen. Schwierig war beides aus unterschiedlichen Gründen, „Titanic“ vor allen wegen der Länge der Dreharbeiten. Insgesamt waren wir sieben Monate damit beschäftigt, und alles war technisch extrem kompliziert. „Titanic“ war von der Logistik her definitiv ­anspruchsvoller. Bei „Zwischen zwei ­Welten“ war das vollkommen anders. An manchen Tagen konnten wir eine Szene nur einmal drehen, weil es so eisig kalt war. Manchmal hatte ich Angst, obwohl wir ­Sicherheitsleute hatten, die die Region sehr gut kannten. Trotzdem wusste ich nie genau, wie tief der Schnee tatsächlich ist und ob ich nicht bei einem falschen Schritt in einer Felsspalte verschwinde. Man versicherte mir immer, der Schnee sei auf keinen Fall tiefer als knapp einen Meter. Doch er war jedes Mal tiefer, und ich bin ein paarmal ­stecken geblieben.
Was ist sonst noch wichtig, wenn man bei minus 20  Grad arbeitet?
Ich musste immer genug essen und vor allem trinken. Da oben trocknet man sonst ziemlich schnell aus. Da musst du dich selbst diszi­plinieren, denn eigentlich möchte man in der Kälte nichts ­trinken. Es sei denn, einen heißen Tee. Dein Körper verliert da oben auch ziemlich viel Salz in der Kälte. Und deswegen habe ich zwischendurch immer einen Sodium-Drink getrunken.
Ihr Filmpartner Idris Elba hat gesagt, Sie seien härter als er. Hat er recht?
(Lacht) Natürlich bin ich wesentlich härter als er. Das ist ja wohl gar keine Frage. Hat er Ihnen das wirklich erzählt? Wahrscheinlich wollte er mir nur schmeicheln. Ich würde sagen, wir waren beide gleich hart.
Hat die Rolle Sie verändert?
Jede Rolle, die ich spiele, verändert mich ein bisschen. Aber dann kehre ich in ­meinen Alltag zurück, und das justiert mich wieder. Da stehe ich dann wieder mit ­beiden Beinen auf dem Boden. Aber dieses Mal habe ich noch etwas anderes mit­genommen. Ich glaube, die Dreharbeiten haben mich tatsächlich härter gemacht. Ich glaube, ich wäre jetzt besser in der Lage, unter extremen Bedingungen in der ­Wildnis zu überleben. Und irgendwann hat es mir sogar Spaß gemacht, mich den ­Elementen auszusetzen und unter diesen extremen Bedingungen zu arbeiten.