ExklusivKessel Events und Radioclash Radioclash ist tot, aber ...

Stagediving ist bei Radioclash-Shows angesagt. Jetzt hört der Konzertveranstalter auf - aber er hat schon Nachfolger, bei deren Shows (wie hier bei der Tour of Tours im Januar im Zwölfzehn) die Leute ebenfalls auf Händen getragen werden. Foto: Plavec
Stagediving ist bei Radioclash-Shows angesagt. Jetzt hört der Konzertveranstalter auf - aber er hat schon Nachfolger, bei deren Shows (wie hier bei der Tour of Tours im Januar im Zwölfzehn) die Leute ebenfalls auf Händen getragen werden. Foto: Plavec

Der Stuttgarter Konzertveranstalter Radioclash hört auf, aber die Konzerte hören nicht auf – dank Leuten wie Sebastian Kränzlein alias Kessel Events.

Digital Unit: Jan Georg Plavec (jgp)
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Stuttgart - Wer dieser Tage einen Blick auf die Website des Stuttgarter Konzertveranstalters Markus Reichle alias Radioclash wirft, der sieht: schön, Pirate Satellite Festival ist am Wochenende. Und: Danach ist nichts mehr geplant. Was ist da los?

„Radio Clash wird es weiterhin geben. In welcher Form und mit welchen Veranstaltungen oder Projekten steht in den Sternen“, schreibt Markus Reichle. Der Veranstalter berichtet, dass er und sein Bruder einen neuen Hauptjob haben und deshalb „die Shows an unser Team abgeben“.

Kessel Events macht das jetzt

Einer aus dem Team ist Sebastian Kränzlein, dessen zum Jahresbeginn gegründete Firma Kessel Events vielleicht dem einen oder anderen schon bei Facebook über den Weg gelaufen ist. Der 24-Jährige hat schon für Radioclash eigenständig Shows veranstaltet, berichtet Markus Reichle.

Jetzt hat er sich selbständig gemacht, ein Büro in der Kriegsbergstraße bezogen – und bucht Acts, die bisher von Radioclash nach Stuttgart geholt wurden oder hätten geholt werden können: für Chadwick Stokes, Satellite Stories oder Spaceman Spiff hat er die Stuttgart-Konzerte organisiert, ebenso den Halt der „Tour of Tours“ im Zwölfzehn.

Insgesamt geht das also in die gitarrenlastige Richtung und zielt auf den Clubbereich oder maximal das LKA. Pop und HipHop seien aber kein Tabu, sagt Kränzlein, der seine ersten Konzerte als Jugendlicher im Jugendhaus Marbach organisiert hat: „Was mir richtig gut gefällt, das mache ich. Unabhängig vom Genre.“

„Natürlich ist das ein Riesenrisiko“

Ein Überzeugungstäter also – und ein blauäugiger dazu? „Natürlich ist das ein Riesenrisiko. Man baut Bands auf, und es gibt viele örtliche Veranstalter in Stuttgart und entsprechend viele Konzerte. Aber No Risk, No Fun. Ich wollte schon immer mal in dem Bereich Fuß fassen“, sagt Sebastian Kränzlein.

Punkrockfans dürfen sich jetzt freuen, denn Kessel Events wird in diesem Bereich einiges anbieten. Kränzlein weiß sehr wohl, dass bei Punkkonzerten im Kessel zwischen zehn Besuchern und ausverkauft alles möglich ist. „Man kann Punkrock überhaupt nicht mehr kalkulieren“. Aber auch hier: No Risk, No Fun. Und die Konzerte werden oft im Goldmark’s stattfinden, für HipHop und Indie ist eher das Zwölfzehn der Club der Wahl. Größere Konzerte wie im LKA will Kränzlein mit Dienstleistern stemmen – oder mit „erfahrenen Leuten aus dem Radioclash-Umfeld“, wie er sagt.

Radioclash ist tot, es lebe Radioclash? So oder so ähnlich. Jedenfalls hört die Gitarrenmusik in Stuttgart nicht auf.

Kessel-Events-Konzerte der kommenden Wochen (Auswahl): Neonschwarz (7. Mai, Zwölfzehn), Louise Distras (12. Mai, Zwölfzehn), Unearth / Drone (13. Mai, Keller Klub), Kill it Kid (31. Mai, Keller Klub), Supersuckers (29. Juni, Keller Klub), Akua Naru (7. Oktober, Universum).


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