Kombibad in Fellbach F3 setzt geplante Parkgebühr vorerst aus

Von  

Der Protest regelmäßiger Badbesucher gegen eine Zwei-Euro-Pauschale zeigt offenbar Wirkung. Der Termin für die Einführung der neuen Parkgebühren wird ins neue Jahr verschoben.

Kaum zu erkennen: Ein kleines Schild verweist auf die neuen Parkgebühren. Foto: Patricia Sigerist
Kaum zu erkennen: Ein kleines Schild verweist auf die neuen Parkgebühren. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Einen Tag vor der Einführung hat das Fellbacher Freizeit- und Familienbad F3 die geplanten Parkgebühren gestoppt. Der Obolus für mit dem Auto anreisende Badefreunde wird nun frühestens im März 2018 spruchreif. Erklärt wird die überraschende Kehrtwende mit einem Gespräch zwischen den Badbetreibern und der Stadt Fellbach: „Sozusagen in letzter Minute wurde die Parkgebühr verschoben, um gemeinsam eine möglichst kunden- und anwohnerfreundliche Lösung zu finden“, betonte F3-Sprecherin Birgit Steinegger in einer am Donnerstag verschickten Mitteilung.

Die erste Stunde soll das Abstellen des Autos zwar noch kostenfrei sein

Durch die Gebühr hatten sich die Betreiber der 2013 eröffneten Badeanlage eine jährliche Einnahme in Höhe von gut 80 000 Euro versprochen. Geplant war, von den Benutzern des Parkplatzes vor dem Kombibad eine Tagespauschale zu verlangen. Die erste Stunde sollte das Abstellen des Autos zwar noch kostenfrei sein. In der Folgezeit aber hätten die Badegäste schon im Advent zwei Euro für den Parkplatz vor dem Wasserspaß-Tempel bezahlen müssen.

Begründet wurde die bei regelmäßigen Schwimmern höchst umstrittene Einführung des Pauschaltarifs mit den Bewirtschaftungskosten für den Parkplatz. Laut F3-Sprecherin Birgit Steinegger fallen für die Reinigung der Fläche und das Mähen der Rasenflächen jährlich Kosten in Höhe von etwa 100 000 Euro an. Ein teures Sorgenkind für die Betreiber ist vor allem der ständige Reparaturbedarf an der Parkplatzschranke. „Unsere zwei Hausmeister sind ständig mit dem Parkplatz beschäftigt – allein die Schranke wird quasi vier mal pro Woche abgefahren“, erklärt die Bad-Sprecherin auf Nachfrage. Kostendeckend sei deshalb auch die ursprünglich ab Dezember geplante Parkpauschale nicht – geschweige denn gewinnorientiert.

Das F3 informiert nur sehr spärlich über die neuen Parkgebühren

Über die Einführung eines Stellplatz-Tarifs informiert hat das Freizeit- und Familienbad freilich äußerst spärlich. Trotz des aus Betreibersicht schlüssigen Arguments, dass ein privatwirtschaftliches Unternehmen umsatzorientiert arbeiten müsse, dürften allenfalls Stammgäste den kleinen Aushang wahrgenommen haben. Eine Medienmitteilung verschickte das F3 nicht, auch Stadträte blieben ahnungslos.

Dennoch regte sich unter Badefreunden bereits vor der Einführung geharnischter Protest gegen die Parkgebühr. „Ich überlege , auf andere Bäder in der Region auszuweichen, die keine Parkplatzgebühr ver-langen“, schreibt ein verärgerter Leser in einem Brief an unsere Redaktion. Ein zweiter Schwimmfreund rechnet vor, dass sich das Saisonticket für das Fellbacher Badeparadies durch eine Parkgebühr massiv verteuern würde – sommerliche Frühschwimmer sind schließlich nicht nur sporadisch, sondern regelmäßig im F3, um ihre Bahnen zu ziehen. Wer sein Ticket nur einmal wöchentlich nutzt, hätte als Autofahrer gut hundert Euro mehr zu bezahlen. Auf Widerstand dürften die Pläne auch bei den Anwohnern stoßen: Schon jetzt bringt der Badebetrieb für umliegende Wohnstraßen fast dauerhaft zugeparkte Stellflächen.