Kulturkreis Grafenau Barbara Gräsle eröffnet mit Bitter-Green die Herbstsaison

Barbara Gräsle und Stephan Kalinke im Maltersersaal des Schlosses. Foto: Stefanie Schlecht
Barbara Gräsle und Stephan Kalinke im Maltersersaal des Schlosses. Foto: Stefanie Schlecht

Der Auftakt der neuen Herbstsaison nach langer Corona-Zwangspause ist gelungen. Der Kulturkreis Grafenau freute sich am Samstagabend beim Auftritt von Bitter-Green über 35 Gäste im Maltesersaal. Ein paar mehr hätten es dennoch sein dürfen.

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Dätzingen - Das Motto des Auftritts von Bitter-Green am Samstagabend im Schloss Dätzingen lautete „Von Liebe und anderen Dummheiten“. Das Duo Barbara Gräsle und Stephan Kalinke steuerte die Musik bei, Sprecher Rudolf Guckelsberger las die passenden Texte dazu. Gräsle ist als preisgekrönte Gitarristin und Musiklehrerin an der Sindelfinger Musikschule regional sehr bekannt. Auch Guckelsberger kennen viele als Sprecher und SWR-Moderator.

Bitter-Green spielten für die 35 Gäste im Maltesersaal Liebeslieder aus der englischsprachigen Singer-Songwriter-Szene der 70er-Jahre von Jim Croce und John Denver, aber auch von deutschsprachigen Liedermachern wie Reinhard Mey oder Herbert Grönemeyer. Stephan Kalinke kam als Leadsänger den Originalen erstaunlich nahe.

Musik und Perlen der erotischen Literatur

Bei den gesanglich anspruchsvollen Titeln „Flugzeuge im Bauch“ von Herbert Grönemeyer und „Wie vor Jahr und Tag“ von Reinhard Mey gelang ihm dies besonders gut. Auch Guckelsberger empfand das wohl so, denn er nannte Kalinke beim Grönemeyer-Lied scherzhaft „Stephan Grönemeyer“.

Die ausgewählten Lieder drehten sich zunächst um Themen wie „junge Liebe“, „Körperlust“ und „Herzstücke“, später dann um „erwachsene Liebe“ bis hin zu „Liebe über den Tod hinaus“. Dazu gab es etliche Perlen der erotischen Literatur. Autorinnen und Autoren aus alter und neuer Zeit kommen da bisweilen ganz schön „zur Sache“. Manchmal aber auch gar nicht – da folgte auf die große Liebe der große Herzschmerz.

„Noch nicht richtig herumgesprochen“

Die Bandbreite der zitierten Autoren reichte von Giovanni Boccaccio, Ludwig Uhland, Robert Musil bis hin zu modernen Textern von Erich Fried und Helmut Heißenbüttel. Verruchte, verträumte, geistreiche und freche Liebesgeschichten wechselten sich munter ab. Guckelsberger variierte passend zum jeweiligen Text die Stimme: mal drängend, mal zögerlich, mal triumphierend.

Das Publikum nahm das alles nach der langen Zwangspause dankbar auf. „So richtig hat es sich aber noch nicht überall herumgesprochen, dass wieder ein regulärer Veranstaltungsbetrieb möglich ist“, stellt Thomas Ott vom Kulturkreis fest. Ein paar Gäste mehr hätte er sich schon gewünscht.




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