Landesstraße 1208 von Echterdingen nach Steinenbronn Der Schönbuch hat wieder Anschluss

Bürgermeister Johann Singer, Regierungspräsident Johannes Schmalzl und Bürgermeister Frank Otte (v.l.) räumen die Sperren aus dem Weg. Die Straße zwischen Echterdingen und Steinenbronn ist wieder fr Foto: Norbert J. Leven
Bürgermeister Johann Singer, Regierungspräsident Johannes Schmalzl und Bürgermeister Frank Otte (v.l.) räumen die Sperren aus dem Weg. Die Straße zwischen Echterdingen und Steinenbronn ist wieder fr Foto: Norbert J. Leven

Nach sieben Wochen Sperrung: Auf der Landesstraße 1208 zwischen Echterdingen und Steinenbronn rollt seit Freitagnachmittag wieder der Verkehr.

Filder-Zeitung: Norbert J. Leven (njl)
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Echterdingen/Steinenbronn - Es ist 15.28 Uhr im Siebenmühlental. Einige Autofahrer können es kaum erwarten, haben vor der Absperrung auf der Landesstraße 1208 Aufstellung genommen. Sie werden die Ersten sein, die auf der frisch sanierten Fahrbahn bergan in Richtung Steinenbronn rollen dürfen. Zuerst aber müssen der Regierungspräsident Johannes Schmalzl und die beiden Bürgermeister Johann Singer aus Steinenbronn und Frank Otte aus Leinfelden-Echterdingen den letzten Akt vollziehen. Für die Pressefotografen schnappen sie sich zuerst eine der rot-weißen Sperren, und dann räumen sie die restlichen Hindernisse kurzerhand auch noch aus dem Weg. Auf Schmalzls Wink hin setzt sich das erste Fahrzeug in Bewegung. Der Schönbuch hat wieder Anschluss an die Filder.

Schmalzl spricht von einer Punktlandung bei dieser Baustelle, wegen der sieben Wochen die Verkehrsverbindung zwischen Leinfelden-Echterdingen und der Nachbargemeinde Steinenbronn unterbrochen war. Große Umwege waren für die Bürger aus den Schönbuchgemeinden die Folge – auch für Schüler aus Steinenbronn und Waldenbuch, die während der zurückliegenden zwei Wochen mit dem Schulbus über Filderstadt an ihre Unterrichtsorte kutschiert wurden. Schmalzl hakte dies am Freitagnachmittag bei der Baustellenabnahme salopp als „aktive Heimatkunde“ ab. Ohne Vollsperrung hätte man jedoch die Arbeiten nicht bewältigen können, jedenfalls nicht in dieser kurzen Zeit.

Gefahr dauerhaft gebannt

Notwendig war die Sanierung der ehemaligen Bundesstraße 27 auf dem ersten Kilometer zwischen der Seebruckenmühle und Steinenbronn aus Sicherheitsgründen. Unter der Fahrbahn drohte der Hang in Richtung Kesselbach abzurutschen. Damit diese Gefahr dauerhaft gebannt ist, hat in den vergangenen Wochen eine auf derartige Sicherungen spezialisierte Firma zahlreiche Stützen in den Hang und auch unter der Fahrbahn eingebaut. Nach dem Ende der Arbeiten steht nun auf der gesamten Strecke eine neue Fahrbahn zur Verfügung. Zwischen Echterdingen und der Seebruckenmühle war der Belag bereits im vergangenen Jahr erneuert worden.

Rund eine halbe Million Euro kostet die aktuelle Sanierung. Das Verkehrsministerium des Landes wird die Rechnungen begleichen. Und es will von 2013 an deutlich mehr Geld für Straßenunterhaltung bereit stellen. Schmalzl rechnet damit, dass die Nachfrage der Kommunen trotzdem das Machbare übersteigen werde. Er deutete an, dass der von Waldenbuch gewünschte zweite Kreisel im nächsten Jahr finanziert werden könne. Eine definitive Zusage wollte Schmalzl aber noch nicht geben.

Positive Nebenwirkungen

Freud und Leid habe es wegen der Straßensperrungen auf allen Seiten gegeben, sagte Bürgermeister Frank Otte. „Nun fährt der Verkehr wieder direkt in unser Zentrum hinein“. Nicht wenige Echterdinger Bürger hätten wegen des reduzierten Verkehrslärms zuletzt auf eine Verlängerung der Bauzeit gehofft. Bürgermeister Singer, der sich mit L.-E. vor dem Baubeginn wegen der nicht für die Umleitung freigegebenen alten Poststraße eine heftige Auseinandersetzung geliefert hatte, hat inzwischen auch positive Nebenwirkungen der Unterbrechung kennen gelernt. Ein Lebensmittelmarkt in Steinenbronn habe in den vergangenen sieben Wochen deutliche Umsatzsteigerungen verzeichnet. Schüler seien vermehrt aufs Rad umgestiegen, um zur Schule zu kommen. „Und das ist ja gut für die Gesundheit.“

Gar kein Verständnis äußerte der Steinenbronner Bürgermeister für rücksichtslose Autofahrer, die sich in nennenswerter Zahl über die Sperren hinweggesetzt haben. Dadurch sei es beispielsweise am Donnerstag zu einer Gefährdung von Inline-Sportlern gekommen, die auf der frisch asphaltierten Strecke trainiert hätten. Derartige Verstöße sind nicht ungewöhnlich. „Dieses Problem haben wir bei allen Baustellen“, sagt der Baudirektor Klaus Ullrich vom Regierungspräsidium.




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