Leeds United gegen Aston Villa Erst Tumulte, dann große Geste

Von Tim Wohlbold 

Das dürfte zu den ungewöhnlichsten Szenen der vergangenen Jahre gehören: Nach einem umstrittenen Tor, tumultartigen Szenen und einer gegnerischen Roten Karte ordnet Marcelo Bielsa, Trainer von Leeds United, seine Mannschaft an, Aston Villa ein Tor schießen zu lassen.

Einem umstrittenen Tor von Leeds United folgten tumultartige Szenen, ehe eine faire Geste der Gastgeber die Situation entspannte. Foto: dpa
Einem umstrittenen Tor von Leeds United folgten tumultartige Szenen, ehe eine faire Geste der Gastgeber die Situation entspannte. Foto: dpa

Leeds - Immer wieder ärgern sich Fußball-Fans über vermeintliche Theatralik, Unfairness oder gar mangelnden Respekt ihrer heiß geliebten Profis untereinander. Dass es auch anders geht, bewies am Sonntag Leeds United. Aber nicht in irgendeinem unbedeutenden Spiel zwischen zwei Teams für die es im Saisonendspurt um nichts mehr geht – sondern mitten im Aufstiegsrennen in die englische Premier League.

Was war passiert? Nach einem vermeintlichen Foul (die Pfeife von Schiedsrichter Stuart Attwell blieb stumm) blieb Aston Villas Jonathan Kodjia verletzt am Boden liegen. Die Gäste forderten eine Unterbrechung, stellten mehr oder weniger das verteidigen ein – aber Leeds spielte weiter, und Mateusz Klich schoss das 1:0 für den Tabellendritten. Was folgte waren tumultartige Szenen, in deren Folge Villa-Stürmer Anwar El Ghazi gar mit einer Roten Karte des Feldes verwiesen wurde.

Aber dann schlug die Stunde von Leeds-Trainer Marcelo Bielsa. Der besprach sich noch kurz mit seinen Assistenten und ordnete dann seine Mannschaft an, Villa ohne Gegenwehr den Ausgleich machen zu lassen.

Offenbar waren aber nicht alle Leeds-Spieler der Meinung ihres argentinischen Coaches: So war beispielsweise der schwedische Verteidiger Pontus Jansson nicht bereit, Torschütze Albert Adomah kampflos das Feld zu überlassen. Aber der Ghanaer ließ den allein auf weiter Flur verteidigenden Schweden einfach stehen und netzte sicher zum 1:1 ein. Aber der Schwede war außer sich vor Wut... Nachdem es reichlich Kritik an seinem Verhalten auf dem Spielfeld hagelte, hatte der Schwede nach dem Spiel ein Einsehen:

Das 1:1 war auch der Endstand dieser für die Aufstiegsrelegation brisanten Partie. Während der Tabellenzweite Sheffield United dank des 1:1-Unentschiedens nun endgültig als sicherer Aufsteiger feststeht, könnte es in den Play-offs zum Wiedersehen von Leeds und Aston Villa kommen. Ob es dann auch wieder so fair zugeht? Fest steht vorläufig nur: Aston Villa wird die Rote Karte gegen Anwar El Ghazi anfechten. Aber auch der englische Fußballverband berät über das Spiel und den Umgang mit den umstrittenen Toren.




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