Leichtathletik Zweimal Silber und eine Bestzeit in der Halle

Von Holger Schmidt 

Kugelstoßer Tobias Dahm und Hürdensprinter Stefan Volzer belegen im Trikot des VfL Sindelfingen bei der deutschen Meisterschaft in Leipzig jeweils Platz zwei. Lisa Sophie Hartmann wird über 400 Meter Fünfte.

Stefan Volzer (links) belegt über 60 Meter Hürden hinter   Titelverteidiger Gregor Traber Rang zwei. Foto: /Ralf Görlitz
Stefan Volzer (links) belegt über 60 Meter Hürden hinter Titelverteidiger Gregor Traber Rang zwei. Foto: /Ralf Görlitz

Sindelfingen - Unverhofft kommt oft! Das galt für die Leichtathleten des VfL Sindelfingen bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig. Wer nach der verletzungsbedingten Absage des Deutschen Kugelstoßmeisters Simon Bayer gedacht hatte, dass die Blau-Weißen bei der Medaillenvergabe diesmal leer ausgehen, der sah sich eines Besseren belehrt. Zweimal Silber durch Kugelstoßer Tobias Dahm und Hürdensprinter Stefan Volzer gab es innerhalb weniger Minuten.

Seine Silbermedaille machte Tobias Dahm bereits im ersten Durchgang klar, in den der Hüne all seine Kraft, begleitet von einem markigen Schrei, hineinlegte. 20,13 Meter bedeuteten eine Steigerung seiner Saisonbestleistung um fast einen Meter. Ein Stoß, der die meisten Konkurrenten gleich zu Beginn ziemlich beeindruckte – bis auf David Storl (SC DHfK Leipzig). Der frühere zweifache Weltmeister und Lokalmatador ließ die Kugel auf 20,58 Meter fliegen und hätte auch mit jedem anderen seiner vier gültigen Versuche den Wettkampf gewonnen.

Eine konstante Serie zeigte mit ausschließlich gültigen Durchgängen aber auch Tobias Dahm. Nur ein zweiter 20er blieb aus. Dafür näherte sich Storls Vereinskamerad Dennis Lewke mit 20,03 Meter bis auf zehn Zentimeter an und sorgte für eines der in der Breite hochklassigsten Kugelstoßfinals der vergangenen Jahre. Tobias Dahm aber jubelte nach DM-Silber im Freien 2019 in Berlin erneut über die Deutsche Vizemeisterschaft und hofft auf eine weitere Verbesserung im Sommer, wo für ihn wie für den bis dahin möglicherweise wieder fitten Simon Bayer die Olympischen Spiele in Tokio das große Ziel sind.

„Ich freue mich sehr über den zweiten Platz. Das war das erste Mal seit 2016, dass ich über 20 Meter gestoßen habe“, zog Tobias Dahm ein hochzufriedenes Fazit. „Ich bin eigentlich gar nicht in Bestform und selbst überrascht. Das zeigt einfach, dass wir gut gearbeitet, gutes Techniktraining gemacht haben. Ich kann definitiv noch weiter stoßen“, geht der Deutsche Hallen-Vizemeister jetzt mit viel Rückenwind ins Aufbautraining für den Jahreshöhepunkt.

Über 60 Meter Hürden machte Mitfavorit Erik Balnuweit (TV Wattenscheid 09) mit Fehlstart und Disqualifikation die Tür noch weiter auf für das zweite Sindelfinger Edelmetall. Erwartungsgemäß nicht zu halten war Titelverteidiger Gregor Traber (LAV Stadtwerke Tübingen), der mit deutscher Jahresbestzeit von 7,59 Sekunden allen anderen auf und davon stürmte. Doch dahinter nutzte der letztjährige Deutsche Jugend-Hallenvizemeister Stefan Volzer seine Chance und sicherte sich in 7,93 Sekunden eine auch angesichts der Vorleistungen völlig überraschende Silbermedaille. Guter Fünfter wurde in 8,10 Sekunden Vereinskamerad Aleksandar Gacic. Für Niklas Rippon, dritter VfL-Kurzhürdler im Bunde, war dagegen mit 8,36 Sekunden als Siebter im Halbfinale Endstation.

Absolut beachtlich zog sich eine gute Stunde vorher über 400 Meter Lisa Sophie Hartmann aus der Affäre. Die ehemalige Deutsche Jugendmeisterin über 400 Meter Hürden fegte so schnell wie noch nie über die Rundbahn unter dem Hallendach. Mit 53,98 Sekunden drückte sie ihre persönliche Bestzeit um fast eineinhalb Sekunden.

Trotzdem wäre die 20-Jährige mit der fünftbesten Zeit im Finale eigentlich nur Zuschauerin geblieben, da nur die ersten beiden aus jedem der drei Läufe in die Entscheidung um die Medaillen einziehen sollten und in ihrem Halbfinale zwei Konkurrentinnen vor ihr lagen. Wegen des krankheitsbedingten Verzichts der Tübingerin Jackie Baumann durfte die Renningerin dann aber zu ihrer eigenen Überraschung doch noch einmal ran. Lisa Sophie Hartmann nutzte die unerwartete Gelegenheit, legte mit 53,87 Sekunden sogar noch einmal zu und belegte Rang fünf.




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