Leinfelden-Echterdingen Wie es mit dem Hallenbad weitergeht

Von Natalie Kanter 

Jahrelang lag das Projekt wegen Personalmangels auf Eis. Obwohl die Technik des Bades jederzeit ausfallen kann. Nun gibt es Neuigkeiten.

Ein Planschbecken ist gerade für junge Familien wichtig. Foto: Archiv Natalie /Kanter
Ein Planschbecken ist gerade für junge Familien wichtig. Foto: Archiv Natalie /Kanter

Leinfelden-Echterdingen - Es gibt gute Nachrichten für alle Menschen in Leinfelden-Echterdingen, die in ihrer Freizeit gerne ins kühle Nass des Gartenhallenbades springen, um dort ein paar Runden zu ziehen. Die Stadt macht sich nun tatsächlich daran, das marode Bad in Schuss zu bringen – allerdings anders, als zunächst geplant. „Wir sind nicht nur handlungswillig, sondern mittlerweile auch handlungsfähig“, sagte Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell dazu am Dienstagabend.

Was ist das Problem?

Das Leinfelder Hallenbad ist in die Jahre gekommen. Es wurde vor mehr als 50 Jahren gebaut und zuletzt Anfang der 1990er Jahren in weiten Teilen saniert. Die Technik kann jederzeit ausfallen, heißt es seit vielen Jahren. Und auch jetzt schreibt die Verwaltung: „Mit einem Ausfall des Systems muss täglich gerechnet werden.“ Das Bädle müsste also dringend saniert oder gar neu gebaut werden. Darauf ganz verzichten will man nicht. Es gibt eine rege Stammkundschaft. Die Sauberkeit des Bades wird geschätzt. Das Personal ist freundlich und hilfsbereit. Im Sommer kann zudem die weitläufige Liegewiese genutzt werden, was bei Familien gut ankommt. Die Zahl der Saunagänger ist geringer, als die der Schwimmer, aber dennoch über die Jahre hinweg konstant.

Vorschläge für eine Ertüchtigung des Bades gab es schon viele. Vor drei Jahren präsentierte die Stadtverwaltung dann die Idee, die Schwimmhalle zu sanieren und einen Anbau mit Lehr- und Kinderbecken zu errichten. Dennoch passierte außer ein paar kleineren Reparaturen wieder nichts. Das Projekt lag aus Personalmangel eine ganze Weile auf Eis.

Wie sehen die neuen Pläne aus?

Die Verwaltung spricht sich nun für einen kompletten Neubau auf der gleichen Fläche aus. „Wir wollen keine Experimente mit Anbauten mehr“, erklärte Kalbfell dazu im zuständigen Gemeinderatsausschuss. Das jetzige Gartenhallenbad soll also platt gemacht werden, einem Neubau weichen. In dem neuem Gebäude ist ein Schwimmbecken und ein separates Lehrschwimmbecken vorgesehen. In der Diskussion steht auch der Bau eines Kinderplanschbeckens. Die Verwaltung bezeichnet dies bisher aber als optional.

Auch eine neue Sporthalle soll zu dem Neubau gehören. Darin sind zwei Gymnastikräume, Umkleiden und Toiletten und Lagerräume geplant. Diese Halle soll die sogenannte Kinoturnhalle ersetzen, die in der Nähe der Filderhalle steht und ebenfalls in einem sehr sanierungsbedürftigen Zustand ist. Dort könnten auch die recht erfolgreichen Garden der Gesellschaft zur Förderung von Tanzsport und bodenständigem Brauchtum (GFTB), also der Filderer, künftig trainieren. Der Verein hat angeboten, sich an der Finanzierung von einem der beiden Räume zu beteiligen. Eine Sauna aber soll es in dem neuen Hallenbad nicht mehr geben, auch ein Wellnessbereich ist nicht geplant. „Das sehen wir sehr kritisch“, sagte Bürgermeister Kalbfell.

Wie sehen es die Fraktionen?

Die Gemeinderatsfraktionen befürworten allesamt des Neubau des Bades – dies schütze die Stadt vor unliebsamen Überraschungen. Auch das optionale Kinderplanschbecken und die geplante neue Sporthalle fand Anklang unter den Kommunalpolitikern. Uneins ist man sich beim Thema Sauna. Während die Freien Wähler/FDP und die CDU-Fraktion sich eine solche – entgegen des Verwaltungsvorschlages – wünschen, sehen das nicht alle Grünen-Stadträte so.

Auch die L.E. Bürger/DiB zeigen sich in dieser Frage zwiegespalten. Sie regten an, die künftigen Becken – der Umwelt zuliebe – nicht mehr mit Chlor-, sondern mit Salzwasser zu füllen. Der SPD ist es wichtig, dass das Schwimmbadpersonal in der Bauzeit, welche die Verwaltung auf mindestens eineinhalb Jahre schätzt, weiter beschäftigt wird. Die Fraktion sprach sich zudem gegen weitere Gutachten zum Hallenbad aus. Denn solche füllten im technischen Dezernat schon einige Schränke.

Wie geht es nun weiter?

Die Bürger erhalten nun erneut das Wort. Am Donnerstag, 20. Februar, bietet die Stadt einen Infoabend zum neuen Hallenbad an. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Panoramasaal der Filderhalle. Das Raumprogramm soll dort mit den Bürgern diskutiert werden. Auf dem Podium werden Vertreter der Verwaltung, der Schulen und der örtlichen Vereine sitzen. Die Anregungen der Teilnehmer werden in die Pläne zum Neubau einfließen. Die Stadträte werden sich im März erneut mit dem Thema befassen und dann erst einen Beschluss fassen.