Leinfelden-Echterdingen Wohnungsbau auf der Überholspur

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Die Stadt Leinfelden-Echterdingen forciert den sozialen Wohnungsbau: Wo früher in Stetten der Erlachkindergarten stand, sollen zwei Mietshäuser entstehen.

Auf diesem ehemaligen Kindergartengelände in Stetten sollen Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Foto: Norbert J. Leven
Auf diesem ehemaligen Kindergartengelände in Stetten sollen Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Foto: Norbert J. Leven

Leinfelden-Echterdingen - Jahrelang hat die Politik – die große wie die kleine – den sozialen Wohnungsbau stiefmütterlich behandelt. Unter anderem wegen des Flüchtlingszustroms ändert sich das nun. In Leinfelden-Echterdingen gewinnt das Thema bei Stadtverwaltung und Gemeinderat inzwischen an Bedeutung. Parallel zu Überlegungen zur Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft wird dem Bau von sogenanntem bezahlbaren Wohnraum quasi der rote Teppich ausgerollt.

Vom Wechsel auf die Überholspur profitiert nun ein Projekt im Stadtteil Stetten. Einstimmig hat der Technische Ausschuss des Gemeinderats am Dienstagabend die Bebauungsplanänderung für ein 1600 Quadratmeter großes Grundstück an der Hohenstaufenstraße eingeleitet. Dort war vor einem Jahr der aufgegebene Erlachkindergarten abgebrochen worden. Auf dem seitdem brach liegenden Grundstück sollen zwei viergeschossige, über eine Tiefgarage miteinander verbundene Häuser entstehen.

Bebauungsplan wird schnell geändert

14 Wohnungen sind laut einer Skizze des Stadtplanungsamts erwünscht. Zwölf davon sollen nach den Vorgaben, die in den Bebauungsplan bindend aufgenommen werden, mit Zuschüssen als Sozialwohnungen gefördert werden. Nur in den obersten Geschossen der Flachdachgebäude sind frei finanzierte Wohnungen möglich. Für die darunter liegenden Geschosse sind im Entwurf der Stadt pro Etage eine Zwei- und Vier-Zimmer-Kombination oder zwei Drei-Zimmer-Wohnungen auf einer Ebene skizziert.

Der Bebauungsplan soll im beschleunigten Verfahren geändert werden. Nach dem Baugesetzbuch ist dies möglich, wenn die Fläche 20 000 Quadratmeter unterschreitet. Außerdem können verschiedene sonst übliche Dinge wie eine Umweltprüfung entfallen. Das kommt der Baubürgermeisterin Eva Noller sehr gelegen. Sie betont die Notwendigkeit, „dass wir schnell preisgünstigen Wohnraum schaffen“. Daran fehle es in der Stadt ganz besonders. Umso mehr gewinne der Neubau an Bedeutung, je mehr Bestandswohnungen aus der Sozialbindung herausfallen, sagte sie auf Nachfrage. „Wir müssen dringend etwas tun, um unseren Status quo zu erhalten – und darüber hinaus“, so die OB-Stellvertreterin.

Stadt sichert sich Belegungsrechte

Mit der Überbauung in Stetten wollen weder die Stadtverwaltung noch der Gemeinderat so lange zuwarten, bis Entscheidungen über die mögliche Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft getroffen sind. Deshalb wird das Areal an der Hohenstaufenstraße nun als Wohnbaufläche für den öffentlich geförderten Wohnungsbau zum Verkauf ausgeschrieben. Dabei will sich die Stadt Belegungsrechte auf 25 Jahre hinaus sichern. Auch Klauseln beispielsweise zur Mietpreisbindung sollen in die Verträge aufgenommen werden. Auf die Angebote ist man im Rathaus nun gespannt, da praktisch keine Erfahrung mehr mit dieser Thematik vorhanden ist.

Unterdessen arbeitet der Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen (vbw) seit dem vergangenen Oktober an einem Gutachten zur Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Bürgermeisterin Noller rechnet mit dem Eingang der Expertise bis zu den Sommerferien – und damit, „dass die Gremien vermutlich im Herbst entscheiden können“.

Info
Der Bebauungsplan wird vom 23. Mai bis 22. Juni im Stadtplanungsamt im Rathaus Echterdingen öffentlich ausgelegt.




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