Leonberg Wo bitte geht’s zum Parkschein?

Von Ulrike Otto 

Seit die Stadtwerke die Tiefgarage unter dem Marktplatz übernommen haben, häufen sich die Beschwerden. Die Stadt will die Eingänge neu gestalten und die Beschilderung verbessern.

Die Beschilderung in der Leonberger Parkkaverne lässt noch etwas  zu wünschen übrig. Foto: factum/Weise
Die Beschilderung in der Leonberger Parkkaverne lässt noch etwas zu wünschen übrig. Foto: factum/Weise

Leonberg - Der Automat ist zugeklebt und es steht nirgendwo, was los ist.“ Die LKZ-Leserin, die ihren Namen nicht nennen möchte, hat gerade ihren ersten Besuch im Parkhaus unter der Altstadt hinter sich, seitdem die Stadtwerke zum Oktober den Betrieb übernommen haben.

Sie und ihr Mann waren wegen eines Arzttermins in die Leonberger Altstadt gekommen. Weil sie den Parkscheinautomaten außer Betrieb vorfanden, sind sie weiter zur Praxis gelaufen, ohne ein Ticket zu lösen. „Als wir nach etwa 30 Minuten zurückkamen, hing ein 30-Euro-Knöllchen an unserem Auto“, berichtet die Seniorin.

Später sei sie noch einmal zurückgekommen, um den zugeklebten Automaten zu fotografieren. „Da liefen dann noch zwei Frauen aufgeregt herum, weil sie nicht wussten, wo sie einen Parkschein lösen sollen“, berichtet sie. „Und die waren wesentlich jünger als ich.“

Neues System: Erst bezahlen – dann zum Einkaufen gehen

Wie sie jetzt weiß – und wie auch die Fotos unten zeigen – ist der zugeklebte Automat ein Relikt aus der Zeit, als die Privatfirma Südpark die Tiefgarage betrieb. Bis September hatten die Nutzer bei der Einfahrt an der Schranke ein Ticket ziehen müssen und dieses dann bezahlt, wenn sie ins Parkhaus zurückgekehrt sind.

Bei der Stadt hat man sich jedoch für ein anderes System entschieden: erst zahlen, dann weggehen. Auch, wer die 30 kostenlosen Minuten in Anspruch nimmt, muss an den neuen Automaten ein Ticket ziehen und im Auto auslegen. Und eben jene Geräte stehen nicht wie die alten oben am Eingang zu den Treppenhäusern, sondern unten auf den Parkdecks in der Nähe der Ausgänge. Allerdings sind die neuen Säulen fast weiß und wesentlich kleiner. „Die haben wir nicht bemerkt“, sagt die Seniorin.

Nicht jedem fallen sie anscheinend ins Auge. „Man hätte wenigstens einen Hinweis anbringen können“, kritisiert die Leonbergerin. „Einfach einen Pfeil aufmalen, der nach unten zeigt. Dann wissen die Leute Bescheid.“

Auf Nachfrage teilt die Stadt mit, dass die alten Automaten vorerst stehen bleiben. „Da steckt noch Elektronik im Boden, das geht nicht so einfach“, sagt Ulrich Vonderheid. Der Erste Bürgermeister ist Geschäftsführer der Stadtwerke. „Die fallen wirklich nicht positiv ins Auge. Wir sind da aber dran“. sagt Klaus Brenner. Der Baubürgermeister ist auch technischer Leiter der Stadtwerke und damit zuständig für Arbeiten an den Parkhäusern Altstadt und Bahnhof. Der Baubetriebshof werde zeitnah eine Holzverkleidung für zwei der drei Automaten bauen. Bei dem dritten sei es möglich, eine Trennwand einzubauen.

Eingänge sollen neu gestaltet werden

„Wir planen aber, die Eingänge neu zu gestalten. Da müssen wir sehen, wann wir was machen, damit eben keine Arbeiten doppelt erledigt werden müssen“, erklärt Brenner. Die Schranken, die jetzt immer offen stehen, sollen ebenfalls bald wegkommen. „Da liegt bereits ein Angebot vor, aber wir haben noch nicht entschieden, wann wir damit beginnen“, berichtet der Baubürgermeister.

Die LKZ-Leserin, die lieber anonym bleiben will, möchte jedenfalls nicht so schnell wieder dort parken. Sie stört sich auch am Ton seitens der Stadt Leonberg. „Ich hatte nach dem Knöllchen bei den Stadtwerken angerufen, um auf das Problem mit den Automaten hinzuweisen. Doch dort hört man einem gar nicht zu, sondern zitiert nur Paragrafen“, erzählt sie. „Die Bürger verstehen es schon, wenn man es ihnen ruhig erklärt.“




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