Lidl und Kaufland Deshalb sehen die Kassenbons jetzt anders aus

In den Lidl-Filialen wird der blau-gräuliche Kassenbon bereits genutzt. Foto: StZN/Matisowitsch
In den Lidl-Filialen wird der blau-gräuliche Kassenbon bereits genutzt. Foto: StZN/Matisowitsch

Die Kassenbons bei Lidl und Kaufland sind in den meisten Filialen plötzlich blau. Wir erklären, wieso die Bons nun umweltfreundlicher sind und was sich bei der Entsorgung ändert.

Digital Unit : Jana Matisowitsch (jam)

Stuttgart - Wer in diesen Tagen nach dem Einkauf seinen Kassenbon entgegennimmt, wird vielleicht einen Unterschied bemerken. Lidl und Kaufland stellen auf einen blauen, umweltfreundlicheren Kassenbon um. Nach Angaben von Imme Elisabeth Schäfer von der Schwarz Gruppe haben die Kassenbons gleich mehrere Vorteile: „Sie stammen aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft, enthalten keine chemischen Farbentwickler, sind sonnenlichtbeständig und können dauerhaft aufbewahrt werden ohne zu verblassen.“

Bei Kaufland werden noch Restbestände aufgebraucht

Die Ausgabe der neuen Kassenbons habe Anfang März begonnen, wie Schäfer sagt. In allen rund 3.200 Lidl-Filialen werde der neue Bon mit blauem Thermopapier bereits genutzt. „Bei Kaufland sind die Ökobons in allen Filialen vorrätig und werden dort in der überwiegenden Mehrheit bereits genutzt. Allerdings bestehen in einigen Filialen noch Restbestände alter Bons, die aus Gründen der Nachhaltigkeit aufgebraucht werden. Voraussichtlich bis spätestens Ende April wird der Ökobon in allen Kaufland-Filialen bundesweit eingesetzt“, erklärt Schäfer. Die Resonanz auf die Umstellung sei bislang positiv.

Für die Kunden ändert sich durch den neuen Kassenbon die Entsorgung. Denn dieser darf im Altpapier landen, anders als herkömmliche Kassenzettel, die in den Restmüll gehören. Grund hierfür ist der Stoff Bisphenol A (BPA), der für die Lesbarkeit auf Kassenbons bis vor einigen Jahren größtenteils genutzt wurde. BPA gehört zu den hormonellen Schadstoffen und hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Mittlerweile ist er für Thermopapiere verboten. Das Problem bleibt dennoch, denn die meisten Hersteller sind auf andere Stoffe aus der Bisphenol-Familie umgestiegen.

So sieht es bei anderen Discountern und Supermärkten aus

Bereits im vergangenen Jahr gab es bei Edeka-Südwest einen Wechsel zu den blauen Bons. Seit April 2020 wird das umweltfreundliche Kassenzettel-Papier bei der Supermarktkette eingesetzt.

In den Filialen von Rewe kommt für Kassenbons nur phenolfreies Thermopapier zum Einsatz, wie Thomas Bonrath, Pressesprecher des Supermarktes, mitteilt. Zwar teste man Alternativen, diese hätten sich aber im Praxistest nicht als gleichwertig erwiesen. „Vor allem lässt bei diesen die Lesbarkeit über Jahre deutlich nach. Da Kassenbons für Gewährleistungen relevant sind, müssen diese auch nach drei Jahren ohne Schutz (Gültigkeit von Gutscheinen) problemlos lesbar sein“, sagt Bonrath. Der Sprecher verweist als Alternative auf den eBon von Rewe. „Kunden können sich den Kassenbon als elektronische Datei an ihre E-Mail-Adresse senden lassen und gleichzeitig die Einkaufsnachweise digital archivieren. Der automatische Ausdruck des Einkaufszettels entfällt dann.“ Der eBon werde auch für Gewährleistungs- und Garantiefälle akzeptiert. Der Ausdruck eines Papierbons sei aber weiterhin auf Wunsch möglich.

Carolin Sunderhaus von Aldi Süd erklärt, dass der Discounter „bereits seit einigen Jahren in allen Filialen ausschließlich phenolfreies, FSC-zertifiziertes Thermokassenpapier“ verwendet. Dennoch prüfe Aldi Süd, wie man die Kassenzettel unter ökologischen Gesichtspunkten weiter optimieren könne. Zur Entsorgung sagt Sunderhaus: „Unsere Kassenzettel können über den Haushaltsmüll oder über das konventionelle Papierrecycling einfach entsorgt werden.“

Unsere Empfehlung für Sie