LKZ-Sommergespräche Vom Zaubertheater entzaubert

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Eine echte Profilstärkung für Leonberg wäre das Zaubertheater gewesen, das der Magier Thorsten Strotmann hier bauen wollte. Warum waren Sie als Verfechter einer leben­digen Kulturszene so strikt ­dagegen?

Ich war überhaupt nicht dagegen. Nur der Standort mitten in der Natur, der geht halt nicht. Ich hatte ja sogar einen Alternativstandort vorgeschlagen, nämlich auf dem jetzigen Parkplatz der Stadthalle. Das wäre dann ein richtiges Kulturzentrum geworden. Aber der Herr Strotmann hat im Gemeinderat eine ­Riesenshow abgezogen und so getan, als wäre alles schon eingetütet.

Er muss doch für sein Projekt werben.

Werben ja. Aber er hat ja so getan, als sei alles schon geklärt. Dabei hatte er noch nicht einmal mit der Umweltgruppe „Schlammbrüder“ gesprochen, die am ursprünglich geplanten Standort hinter dem Kino ein Biotop angelegt hatten. Und die Alternativplätze hat Strotmann alle ab­gelehnt und stattdessen immer noch von zauberhaften Visionen gesprochen. Für mich war das aber entzaubernd.

Sie haben die Stadthalle als zentrale Kulturstätte schon erwähnt. Trotzdem sorgt sie ob ihres Defizits und der baulichen Mängel immer wieder für Diskussionen.

Mit rund 800 Plätzen ist sie für echte Top-Acts zu klein. Da bleibt für die Veranstalter finanziell nichts hängen. Trotzdem bin ich optimistisch, dass es aufwärts geht. Ein neuer Hallenmanager wird neue Impulse bringen.

Was muss der können?

Er muss aus der Praxis kommen und gute Kontakte in der Kulturszene haben. Vor allem aber braucht er finanzielle und gestalterische Freiräume, um in diesem flexiblen Geschäft entsprechend reagieren zu können. Dann könnten sich die Verluste im geplanten Rahmen bewegen und nicht, wie jetzt, ständig wachsen.




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