Am 2.2.2002 zog mit Máxima Zorreguieta südamerikanisches Temperament ins nüchterne niederländische Königshaus. Ein Blick zurück.

Digital Unit : Theresa Schäfer (the)

Amsterdam - Es ist der 2.2.2002. Die Sonne strahlt, es ist frühlingshaft warm in Amsterdam. In der Nieuwe Kerk geben sich Kronprinz Willem-Alexander (34) und die Argentinierin Máxima Zorreguieta (30) das Jawort. Máxima vergießt Tränen bei den Klängen eines Tangos aus ihrer Heimat. Später auf dem Balkon des Palastes der heiß ersehnte Kuss: So lang und so leidenschaftlich haben Royals sich wohl noch nie geküsst - zumindest nicht vor den Augen der Welt.

Die Braut sah fantastisch aus: In einer superschlichten, cremefarbenen Robe mit originellem Stehkrägelchen schritt Máxima zum Altar. Manch ein niederländischer Patriot hatte allerdings am Designer etwas auszusetzen: Kein heimischer Schneider erhielt den Zuschlag, sondern der italienische Modeschöpfer Valentino.

5,25 Sekunden dauerte der Kuss

Nicht nur der lange Kuss auf dem Palastbalkon (5,25 Sekunden – royaler Kussrekord!) beweist es: Hier sagen zwei Ja zueinander, die sich wirklich lieben. Dabei brauchte die argentinisch-niederländische Liebesgeschichte Anschubhilfe. Denn als die beiden sich auf einer Party in Sevilla 1999 kennenlernten, war das keine Liebe auf den ersten Blick. Er sah genervt auf ihre Fotokamera und dachte, dass sie ein Paparazzo war. Und die flotte Argentinierin sah in dem langen rotblonden Holländer nur einen Griesgram. „Es war Liebe auf den dritten Blick“, witzelte Willem-Alexander später. Und Máxima: „Ich fand ihn echt nicht nett, aber das hat sich geändert.“

Natürlich funkte es. Nur hing die Vergangenheit von Máximas Vater über dem jungen Glück. Jorge Zorreguieta gehörte in den 1970er Jahren der Militärjunta Argentiniens an. Erst nach einem Kompromiss stimmte das Parlament der Hochzeit zu. Máximas Vater durfte nicht zur Hochzeit kommen.

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Was aufs Ja-Wort folgte, ist eine Erfolgsgeschichte: Bei den Oranjes scheint das Glück einfach immer weiterzugehen. Dutzende von Fotos und Filmaufnahmen beweisen es. Immer sieht man da ein natürlich strahlendes Paar. Und den Eindruck haben auch die Niederländer: Die zwei sind glücklich miteinander. Drei Töchter – das A-Team Amalia, Alexia und Ariane – komplettieren ihre Liebe.

„Máxima bedeutet mir alles“

„Sie mögen sich echt, sie können gut miteinander reden und unglaublich viel lachen. Sie sind nicht nur Partner, sondern auch Freunde“, fasst es eine Königshausexpertin der Zeitschrift „Libelle“ zusammen. Und Willem-Alexander bestätigte das in einem Interview: „Máxima bedeutet mir alles. Mein Glück zu Hause, meine Kinder, alles habe ich ihr zu verdanken. Aber sie ist auch mein Kumpel, mein Sparringspartner.“ Und Máxima sagte: „Er ist mein Anker. Er regt mich an, um wirklich meine Arbeit zu tun, aber zugleich hält er mich auch fest.“

Eines ist sicher: Máxima brachte südamerikanisches Feuer in die Oranje-Familie. Sie verleiht den Gala-Premieren und Staatsbesuchen ungewohnten Glamour. An den eleganten Roben und schwindelerregend hohen Absätzen können sich die Holländer kaum sattsehen. Máxima war von Anfang an das beliebteste Mitglied der Oranje-Familie - und das ausgerechnet bei dem hemdsärmeligen Radfahrer-Volk mit dem Leitspruch: „Sei normal, dann bist du schon verrückt genug.“