Massenschlägerei in JVA Adelsheim Haupttäter zu neun Jahren Haft verurteilt

Von red/dpa 

Ein Hofgang in der Justizvollzugsanstalt Adelsheim artete vor einem Jahr in eine Massenschlägerei aus, mehrere Beamte wurden verletzt. Nun muss einer der Haupttäter für neun Jahre ins Gefängnis.

In der JVA Adelsheim ist es im August 2014 zu einer Massenschlägerei gekommen. (Archivbild) Foto: dpa
In der JVA Adelsheim ist es im August 2014 zu einer Massenschlägerei gekommen. (Archivbild) Foto: dpa

Mosbach - Er hatte bei einer Massenschlägerei im Jugendgefängnis Adelsheim (Neckar-Odenwald-Kreis) einen Wärter angegriffen, jetzt muss ein 21-Jähriger deswegen für lange Zeit ins Gefängnis. Das Landgericht Mosbach verurteilte ihn am Montag wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren (AZ E 127). Er soll einen Beamten mit Tritten gegen den Kopf schwer verletzt haben.

Am 20. August 2014 war im größten Jugendgefängnis in Baden-Württemberg ein Hofgang eskaliert, als zwei rivalisierende Gruppen von Gefangenen in Streit gerieten. Erst beschimpften sich beide Parteien nur, doch dann gingen nach Angaben der Staatsanwaltschaft mindestens 17 Häftlinge aufeinander los. Justizvollzugsbeamte schritten ein und wollten schlichten, wurden jedoch von den Gefangenen angegriffen. Sechs Aufseher wurden so schwer verletzt, dass sie dienstunfähig waren.

Der Staatsanwalt hatte dem Angeklagten Mord vorgeworfen

Den Ermittlern zufolge war der 21-Jährige damals der Anführer einer der beiden Häftlingsgruppen. Er soll versucht haben, Mitglieder seiner Gruppe aus den Händen der Beamten zu befreien. Einem Aufseher, der dessen mitgefangenen Bruder nicht losließ, soll er mit dem Tod gedroht haben. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft schlug er den Mann mit der Faust nieder und trat ihn mit dem Fuß gegen ein Auge und eine Schläfe, bevor ihn andere Wachleute aufhielten. Der Beamte trug eine Gehirnerschütterung, Platzwunden, Prellungen und blaue Flecken davon und musste stationär im Krankenhaus behandelt werden. Er leidet seither an einer posttraumatischen Störung.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten versuchten Mord vorgeworfen und eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren und drei Monaten beantragt. Die Verteidigung hatte auf Bewährung plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Vorfall in Adelsheim wird das Landgericht Mosbach noch weiter beschäftigen. Seit dem vergangenen Freitag wird vor dem Landgericht Mosbach gegen einen weiteren Häftling verhandelt, der an der Massenschlägerei beteiligt gewesen sein soll. Der 19-Jährige ist wegen versuchten Totschlags, Gefangenenmeuterei und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem vor, einen Beamten mit voller Wucht gegen den Kopf getreten zu haben. Das Opfer erlitt unter anderem Verletzungen an der Halswirbelsäule. Er ist noch immer arbeitsunfähig und zeigte laut Gericht Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung.

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