Mercedes-Cup in Stuttgart So geht es mit dem Tennisturnier weiter

Von Tim Wohlbold 

Der Mercedes-Cup in Stuttgart wurde im Zuge der Wimbledon-Absage zunächst aus dem ATP-Kalender gestrichen. Nun hoffen die Veranstalter, das Rasenturnier im Juli oder August ausspielen zu können.

Vorjahressieger Matteo Berrettini: Jubelt doch noch ein Profi auf dem Weissenhof in diesem Sommer? Foto: Baumann
Vorjahressieger Matteo Berrettini: Jubelt doch noch ein Profi auf dem Weissenhof in diesem Sommer? Foto: Baumann

Stuttgart - Der Corona-Kahlschlag in der Welt des Sports macht auch vor der Landeshauptstadt nicht Halt. Im Zuge der Wimbledon-Absage wurde der Mercedes-Cup auf dem Killesberg (ursprünglicher Termin 6. bis 14. Juni) aus dem ATP-Kalender gestrichen. Der Tenniszirkus pausiert weltweit bis mindestens 13. Juli. Wann die Filzkugel wieder fliegt, wagt niemand zu prognostizieren. Nach dem Porsche-Turnier der Frauen im April steht damit auch das Männerturnier beim TC Weissenhof vor der endgültigen Absage. Noch will Mercedes-Cup-Turnierdirektor Edwin Weindorfer eine Verschiebung des Rasenevents auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Sommer aber nicht abschreiben.

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„Sollte es gesundheitlich zu vertreten und die weltweite Reisefreiheit gegeben sein, wäre für den Mercedes-Cup ein Ausweichtermin zwischen Ende Juli und der zweiten August-Woche möglich“, sagte der der 55-jährige Österreicher am Donnerstag. Die Profitennis-Organisationen ATP (Männer) und WTA (Frauen) habe den Veranstaltern signalisiert, im Falle einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs kompromissbereit zu sein, was die parallele Austragung von Turnieren angeht. Bis spätestens Mitte Mai soll eine endgültige Entscheidung über das Traditionsturnier beim TC Weissenhof fallen, sagte Weindorfer. Bis dahin behalten auch die bereits erworbenen Eintrittskarten ihre Gültigkeit. Für den Fall der Absage garantiert er eine unkomplizierte Rückerstattung der Tickets.

„Die Profis wollen spielen“

Die Spieler zeigten sich Turnier-Verlegungen gegenüber offen: „Die Profis wollen spielen“, betonte Weindorfer. Schließlich gehe es für viele, die nicht Federer, Djokovic oder Nadal heißen, auch um die finanzielle Existenz.

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Apropos finanzielle Existenz: Das Turnier in Stuttgart ist neben den Rasenturnieren auf Mallorca (Männer) und in Berlin (Frauen) nur eines von drei Tennis-Events, das Weindorfer mit seiner E-Motion-Agentur im Vorfeld von Wimbledon ausrichten wollte. Ein Ausfall aller Veranstaltungen wäre ein „herber Schlag“, sagt der Österreicher, betont aber: „Wir tun alles, um unsere zehn ganzjährig in Stuttgart tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten.“ Im Falle einer endgültigen Absage der Sommersaison würden die Möglichkeit der Kurzarbeit geprüft, um anschließend mit dem gleichen Team die Vorbereitungen für 2021 anzugehen.

Tennis ohne Zuschauer eine Option?

Tennis ohne Zuschauer ist für Weindorfer keine Option. „Für mich steht fest, dass es das nicht geben wird“, sagt er. Geisterspiele wie sie der Fußball plane, werde er als Veranstalter nicht mittragen. Eine Meinung, die man laut Weindorfer auch beim Titelsponsor und dem Gastgeber TC Weissenhof teile. Mercedes-Benz hatte erst in diesem Jahr eine Zusage über das Jahr 2021 hinaus gegeben. An der Zukunft des Turniers zweifelt Weindorfer auch im Falle eines diesjährigen Ausfalls nicht: „Wir sind mit unseren Partnern Mercedes-Benz und dem TC Weissenhof sehr gut aufgestellt.“ Er könne sich aber vorstellen, dass die weltweite Tennisturnierlandschaft aufgrund finanzieller Schwierigkeiten mancher Veranstalter 2021 eine andere sein werde.

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