Minigärtner in Leutenbach Gräfin Bernadotte bittet zum Blumen eintopfen

Von Harald Beck 

Die Stuttgarter Gruppe der Minigärtner hat sich zusammen mit der Mainau-Gräfin samt ihrer Familie und mit viel Begeisterung im professionellen Gartenbau geübt.

Gräfin Bernadotte (rechts) in Aktion mit den Minigärtnern. Foto: Gottfried Stoppel
Gräfin Bernadotte (rechts) in Aktion mit den Minigärtnern. Foto: Gottfried Stoppel

Leutenbach - Ne, ich mach da weiter, das ist echt cool“ – Piet ist einfach nicht mehr wegzubekommen von der Maschine, die quasi im Sekundentakt die kleinen Plastiktöpfe randvoll mit Pflanzerde füllt. Mit Begeisterung sind auch die anderen Minigärtner im Leutenbacher Blumen Center Rieger bei der Sache. Und beim Eintopfen der Stiefmütterchen haben sie prominente Unterstützung: Bettina Gräfin Bernadotte von der Blumeninsel Mainau, die Initiatorin des Gesamtprojektes Minigärtner, ist samt Familie nach Leutenbach angereist. Zum Praxisbesuch der Stuttgarter Gruppe derer, die zwischen neun und elf Jahre alt sind und im Zwei-Jahres-Kurs mit monatlichen Exkursionen sehen wollen, was es mit der richtig professionellen Gärtnerei so alles auf sich hat.

Zwölf Minigärtnergruppen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen

Gestartet hat Gräfin Bernadotte das Projekt Minigärtner im Jahr 2013. Vorbild, so erzählt sie in den Gewächshäusern der Leutenbacher Gärtnerei, seien die Miniköche gewesen, die es ja schon lange gibt. Schirmherr der jungen Pflanzfreunde ist Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Und neben den Stuttgarter Minigärtnern gibt es nochmals elf Gruppen mit bis zu 20 Mitgliedern, verteilt übers gesamte Bundesland und in Nordrhein-Westfalen. Auch in Winnenden so verrät die Gräfin, soll demnächst eine weitere Gruppe an den Start gehen. In diesem jungen Alter seien die Kinder optimal zu begeistern, sagt Gräfin Bernadotte. „Die lernen hier eben alles kennen, was die Gärtnerei ausmacht, vom Blumen eintopfen bis zum Gartenwege anlegen.“ Und die ganz pragmatisch orientierte Promigärtnerin von der Mainau hofft, dass am Ende einige derer, die dabei fürs Pflanzen und Pflegen begeistert werden – so wie bei den Miniköchen – später tatsächlich beruflich in die Branche einsteigen. Ganz wichtig, sagt sie: „Wir müssen weg vom Image mit Strohhut, Gießkanne und Gummistiefeln.“

Die Stuttgarter Gruppe wiederum besteht zur Zeit aus acht Minigärtnern, kann in Winnenden aber wegen Krankheitsausfällen quasi in Tuifly-Dimensionen nur mit zwei Minigärtnern antreten. Kein Problem: Die gräfliche Familie aus Konstanz – angereist samt Grafin Bettinas Gatte Philipp Haug – hilft tatkräftig und kinderstark aus. Und in der Leutenbacher Gärtnerei ist schnell ein vielstöckiger Rollwagen mit den Tabletts bestückt, auf denen sich die frisch eingepflanzten Stiefmütterchen reihen. Bis März werden die grünblättrigen Pflänzchen brauchen, bis sie ihr farbenfrohes Erwachsenenalter erreicht haben.

Lob von der Gärtnereichefin: „Absolut fachmännisch“

„Auf zu Arbeitsgang Nummer zwei“, sagt Gärtnereichefin Sylvia Rieger. In einem Weidenkorb darf jeder Minigärtner ein Arrangement mit jahreszeitlichen Pflanzen anlegen und mit nach Hause nehmen. Riegers Lob für den potenziellen Branchennachwuchs: „Absolut fachmännisch, die machen das echt toll.“




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