Mobilitätscheck für Fellbacher Zeitung Ein Auto-Liebhaber geht für uns fremd

Oliver Haußer testet 14 Tage lang die Polygo-Card des VVS. Foto: Patricia Sigerist
Oliver Haußer testet 14 Tage lang die Polygo-Card des VVS. Foto: Patricia Sigerist

Oliver Haußer testet für die Fellbacher Zeitung zwei Wochen lang die Polygo-Card des VVS. Während des Mobilitätschecks ist sein eigenes Auto tabu.

Rems-Murr: Sascha Sauer (sas)
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Fellbach - Kein Zündschlüssel. Kein Benzin. Kein Motoröl. Oliver Haußer verzichtet zwei Wochen lang auf sein Auto. Und das freiwillig. „Ich wollte mal die Erfahrung machen, wie es ist, mit anderen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein“, sagt der 45-Jährige. Keine leichte Aufgabe für einen bekennenden Auto-Liebhaber: „Ich fahre nämlich gerne bequem“, sagt er.

Oliver Haußer darf als Testperson für die Fellbacher Zeitung 14 Tage lang kostenlos die Polygo-Card des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS) nutzen. In dieser Zeit muss er seine Wege mit Bus und Bahn oder Carsharing und Mietfahrrädern zurücklegen und von seinen Erfahrungen berichten. So wollen es die Spielregeln.

Unterwegs mit Car2go, Stadtmobil, Flinkster, Call a Bike oder Nextbike

Alexander Krautz vom VVS glaubt, dass Oliver Haußer diese Herausforderung gut meistern wird. „Wir haben ihm ein schönes ­Tarifpaket geschnürt“, sagt er. Car2go, Stadtmobil, Flinkster, Call a Bike, Nextbike – so heißen unter anderem die Fahrangebote, die Haußer jetzt nutzen kann. Und muss, denn sein eigenes Auto ist in den kommenden zwei Wochen tabu.

Ein wertvolles Stück Plastik. Foto: Patricia Sigerist
Der Polygo-Card-Tester arbeitet bei der Firma Mahle in Stuttgart. Am Montag ging es mit der Stadtbahn ins Geschäft. Der Wecker habe zur gleichen Zeit wie immer geklingelt, erzählt Oliver Haußer. „Ich musste dann aber ein wenig mehr Hektik machen.“ Schließlich dauert die Fahrt mit der Stadtbahn einen Tick länger als mit dem Auto. Zehn Minuten mehr musste er von Haustür zu Haustür einplanen.

Für Pia Karge, die beim VVS für Pressearbeit zuständig ist, war Oliver Haußer die erste Wahl unter den Bewerbern: „Sein Anschreiben war erfrischend formuliert, zudem ist Fellbach strategisch gut gelegen, um unsere Angebote auszuprobieren.“ So gebe es seit diesem Frühjahr am Bahnhof auch eine E-Bike-Station von Nextbike.

Haußer ist eigentlich so gut wie immer mit dem Auto unterwegs: zur Arbeit, ins Fitness-Studio, zum Freunde treffen. Trotzdem hat der Fellbacher schon genaue Vorstellungen, wie die kommenden zwei Wochen ohne sein geliebtes Auto aussehen können. „Nur mit der Stadtbahn zu fahren, ist mir zu langweilig“, sagt er. So könnte sich der zweifache Familienvater etwa vorstellen, zur Arbeit mit Car2go zu fahren und nur für den Nachhauseweg die Bahn zu nutzen. Auch das E-Bike soll während des Tests zum Einsatz kommen, zum Beispiel für eine Ausfahrt in den Biergarten.

Der Tester darf alle VVS-Verkehrsmittel kostenfrei nutzen

„Ich habe alle notwendigen Apps schon heruntergeladen“, sagt Haußer am Montag, als er die Polygo-Card von Alexander Krautz und Pia Karge überreicht bekommt. Als Tester hat er jetzt ein kostbares Stück Plastik in der Hand. Immerhin kostet ein netzweites Jahresticket für sieben Zonen 2136 Euro. Zum Vergleich: Ein Jahresticket für die Verbindung von Fellbach nach Bad Cannstatt kostet 643 Euro.

Oliver Haußer kann alle VVS-Verkehrsmittel kostenfrei nutzen. Dazu gehört der Rad- und Wanderbus „Stromer“ ebenso wie die Zahnradbahn „Zacke“ in Stuttgart. Letztere möchte er jetzt am Wochenende nutzen. Mit dem Fahrrad soll es hoch nach Degerloch gehen, um von dort aus die Downhill-Strecke hinabzufahren. Aber muss er für das Fahrrad extra zahlen?, fragt er. „Ich will ja schließlich nicht Schwarzfahren.“ Der VVS-Mitarbeiter Alexander Krautz beruhigt: „Am Wochenende können Sie sogar Ihre Kinder umsonst mitnehmen.“




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