Mögliches Projekt vorgestellt Stadträte begrüßen die Idee einer Surfwelle

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Das Team Neckarwelle um Volker Sellmeier hat ein Konzept für eine Welle in einem Seitenarm des Neckars in Untertürkheim erarbeitet. Im städtischen Sportausschuss haben sie ihre Idee präsentiert.

Stuttgart - Die Eisbachwelle in München ist ja so bekannt, dass so manch ortsunkundiger München-Tourist bisweilen glaubt, die Surfwelle gelte als eines der Wahrzeichen schlechthin der bayerischen Landeshauptstadt. Die Website der Stadt München zählt es nun zwar nicht zu den Top 20, aber ein Touristen-Hotspot ist die Surfwelle dennoch. Immer herrsche ein „Riesenandrang“, das ist dem Stadtrat Fred-Jürgen Stradinger (CDU) bei Besuchen in München aufgefallen. „Das ist auch für Stuttgart eine faszinierende Idee, eine Neckarwelle hat Charme“, sagte er im Sportausschuss.

Seit etwa zwei Jahren arbeitet ein achtköpfiges Team aus Ingenieuren, Architekten und Juristen an einer Surfwelle für Stuttgart. Im Frühsommer haben die Herren um Sprecher Volker Sellmeier ihr ausgearbeitetes Konzept erstmals in Untertürkheim vorgestellt. Die SPD-Fraktion befand im Anschluss, dies sei eine „interessante Idee, mit der wir uns näher befassen sollten“. In einem Antrag fordern sie, die Initiatoren in den Sportaussschuss einzuladen und die Idee zu diskutieren.

Selten so einmütig

So viel Einmütigkeit herrscht bei den Mitgliedern des Sportausschusses des Gemeinderates wohl auch selten. Das Projekt würde Stuttgart guttun. Stadträtin Marita Gröger (SPD) überzeugte die „sehr sorgfältige Berechnung, der Hirnschmalz und das Fachwissen“, welches in das Projekt eingeflossen seien. „Es ist attraktiv für den Stadtbezirk Untertürkheim. Das hat auch der Bezirksbeirat dort begriffen“, ergänzte sie.

Auch die Grünen-Fraktion hat dieser Tage schon ihr Herz für Surfer entdeckt. Sie wollen die Realisierbarkeit einer Surfwelle an einem Seitenarm des Neckar auf Höhe des Inselbades in Untertürkheim prüfen lassen. Das ist zumindest einer ihrer Anträge für den Stadthaushalt. „Wir Grünen sind begeistert von dem Projekt“, betonte Stadträtin Christine Lehmann nach der Präsentation von Sellmeier im Sportausschuss. Der AfD-Stadtrat Bernd Klingler glaubt, die Strahlkraft einer Surfwelle reicht durchaus über Untertürkheim hinaus auf die ganze Stadt. „Es ist fundiert durchgeplant, wir werden das unterstützen.“ Dem schloss sich auch FDP-Vertreter Michael Conz an: „Eine spannende Idee, dem werden wir zustimmen“, sagte er und lobte „das große, professionelle Engagement“.

Zunächst geht es um eine Machbarkeitsstudie

Bei der derzeitigen Debatte geht es zunächst um eine Machbarkeitsstudie. Diese würde wohl rund 100 000 Euro kosten. Zu den Baukosten könne er keine genauen Aussagen machen, sagte Ordnungsbürgermeister Martin Schairer. Er rechne aber mit einem rund siebenstelligen Betrag. Insgesamt sei es ein „sehr komplexes Projekt“, das noch viele weitere Prüfungen benötige. So habe man auch Auswirkungen auf den Naturschutz und wasserhygienische Voraussetzungen überhaupt nicht untersucht. „Und sie wollen ja nicht nur im Neckar baden, sondern reinfallen“, sagte er in Richtung der Neckarwellen-Vertreter. Es bräuchte eine „Vielzahl an Verträgen“ und natürlich dürfe die EnBW als Grundstückseignerin und Besitzerin des benachbarten Kraftwerks „finanziell nicht schlechter gestellt“ sein. Mit der Studie habe man dann aber „Klarheit, ob die Welle eine gute und richtige Sache für Stuttgart sei“, sagte Schairer.

Sollte der Gemeinderat den nötigen Planungsmitteln zustimmen, könnte im Jahr 2018 die Machbarkeitsstudie durchgeführt und bei einem positiven Ergebnis vielleicht schon mit der Bauplanung begonnen werden. Dann könnte es laut Volker Sellmeier schon im Jahr 2020 tatsächlich heißen „Stuttgart surft“.

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