Nach „Aktenzeichen XY“ 150 neue Hinweise zum Fall Rebecca

Von red/dpa 

Der TV-Auftritt des Chefermittlers im Fall der vermissten Berliner Schülerin bringt Bewegung in den rätselhaften Fall. Zumindest die Zahl der Hinweise dürfte die Polizei erfreuen.

Rebecca wird seit dem 18. Februar vermisst. Foto: Polizei Berlin 4 Bilder
Rebecca wird seit dem 18. Februar vermisst. Foto: Polizei Berlin

Berlin - 17 Tage nach dem Verschwinden der 15-jährigen Rebecca aus Berlin hat ein neuer Fahndungsaufruf der Polizei zu vielen neuen Hinweisen geführt. Gleichzeitig verdichteten sich laut Polizei die Verdachtsmomente gegen den verhafteten Schwager. Rebecca verließ demnach am Morgen des 18. Februar das Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers nicht, wie der Chef der zuständigen Mordkommission, Michael Hoffmann, am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ sagte. „Wenn wir dies voraussetzen, dann war der Schwager mit ihr allein zur fraglichen Tatzeit in diesem Haus.“

Von Mittwochabend nach der ZDF-Sendung bis Donnerstagmittag gingen rund 150 neue Hinweise bei der Mordkommission ein, wie eine Polizeisprecherin sagte. „Die werden jetzt alle abgearbeitet. Das wird eine Zeit lang dauern.“ Ob die neuen Hinweise vor allem aus Brandenburg oder aus Berlin kamen, stand noch nicht fest. Insgesamt liegt die Zahl der Hinweise jetzt bei 550.

Rätselhafte Fahrten des Schwagers

Bei dem neuen Fahndungsaufruf ging es besonders um „zwei seltsame und klärungsbedürftige Fahrten mit dem Auto des Schwagers“, wie Kriminalhauptkommissar Hoffmann sagte. Am Tag des Verschwindens, dem 18. Februar, und am Tag danach fuhr der 27-jährige Deutsche demnach mit dem Familienauto auf der Autobahn von Berlin Richtung Frankfurt (Oder) an der polnischen Grenze. „Zu beiden Fahrten kann er keine Angaben machen“, sagte Hoffmann. „Die Fahrten passen aber überhaupt nicht zu der Version, die er erzählt hat.“ Die Polizei habe Widersprüche bei den Aussagen des Mannes festgestellt.

Die Kriminalpolizei sucht nun besonders Zeugen, die den himbeerroten Renault Twingo oder den Schwager an diesen Tagen gesehen haben. Sie veröffentlichte dazu Fotos des Verdächtigen und des Autos. Kriminalhauptkommissar Hoffmann fragte auch, ob es jemanden gebe, der Orte kenne, die der Schwager in Brandenburg öfter besuche.

Über die Hinweise zu dem Auto oder dem Mann hofft die Polizei, die Leiche des Mädchens zu finden. So könnten eine Todesursache festgestellt werden sowie sich neue Indizien zu der Tat ergeben.

Die Polizei präsentierte im ZDF außerdem Fotos von Kleidungsstücken, einem Rucksack, einer Handtasche, einem kleinen rosa Fotoapparat und einem Portemonnaie von Rebecca sowie von einer lila Decke, die ebenfalls verschwand.

Verdacht erhärtet sich

Hoffmann ließ bei seinem Auftritt im ZDF nicht viel Hoffnung, dass Rebecca noch lebend gefunden werden könnte. „Wir gehen inzwischen fest davon aus, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt.“ Der Verdacht gegen den Schwager habe sich erhärtet. Anhand aller Informationen sowie der Analyse der Routerdaten und Rebeccas Telefonverhalten komme die Kripo zu dem Schluss, „dass Rebecca das Haus nicht verlassen haben dürfte“ und dort allein mit ihrem Schwager war.

Die Eltern und Schwestern von Rebecca halten den Schwager weiterhin für unschuldig. Rebeccas Vater sagte dem Sender RTL am Mittwoch: „Die ganze Nummer hängt mit einer anderen Sache zusammen, die ich aber nicht sagen darf.“ Er bat seinen Schwiegersohn: „Florian, rede einfach! Klär das, damit die ganze Suche in die andere Richtung geht, und zwar in die richtige. Wir müssen Becky finden.“ Der Vater nimmt an, seine Tochter sei entführt worden und befinde sich jetzt in einem Keller oder leerstehenden Haus, sagte er der Zeitung „B.Z.“.




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