Nach der neuen Stiko-Empfehlung Südwesten befürchtet Engpass bei mRNA-Impfstoff

Gibt es genug Biontech für die Zweitimpfung? Das ist die große Frage. Foto: dpa/Moritz Frankenberg
Gibt es genug Biontech für die Zweitimpfung? Das ist die große Frage. Foto: dpa/Moritz Frankenberg

Das Land Baden-Württemberg braucht nach der jüngsten Stiko-Empfehlung mehr Impfstoffe von Biontech und Moderna – und das ist mit Problemen verbunden. Und was sagt das Sozialministerium zu „Impfschwänzern“?

Politik: Christoph Link (chl)
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Stuttgart - Die kurzfristig erfolgte Änderung der Stiko-Empfehlung zugunsten von Kreuzimpfungen stellt das Land Baden-Württemberg vor Probleme. Laut Stiko sollte nach Astrazeneca als zweites ein mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna verimpft werden: Ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart sagte dazu: „Wir benötigen kurzfristig und in den nächsten Wochen mehr mRNA-Impfstoffe, als ursprünglich geplant.

Wir haben die Impfzentren gebeten, ab Dienstag, soweit möglich, alle anstehenden Astrazeneca-Zweittermine mit einem mRNA-Impfstoff durchzuführen, wenn die Impfwilligen das möchten.“ Das setze voraus, dass ausreichend mRNA-Impfstoff vorhanden sei. „Wir sind bemüht, Engpässe, die sich abzeichnen, früh zu erkennen und zu beheben. Wir bitten die Impfzentren, sich bei Engpässen auszuhelfen.“ Angesichts der kurzfristigen Änderung könne es jetzt aber passieren, dass eine Astrazeneca-Zweitimpfung nicht durch eine mRNA-Impfung ersetzt werden kann.

Absagen und Nichterscheinen gab es immer

Eher gelassen sieht das Ministerium die Debatte um „Impfschwänzer“. Geldbußen für sie hält es für „wenig zielführend“. Schließlich gebe es auch keine Impfpflicht, so der Ministeriumssprecher. Aus Berlin waren Meldungen gekommen, wonach bis zu zehn Prozent der Angemeldeten nicht zum Impftermin erscheinen. Für den Südwesten können solch hohe Zahlen nicht bestätigt werden. Auch im Impfzentrum des Klinikums Stuttgart sieht man dies so: Impfschwänzer seien „kein Riesenproblem“, es handele sich um ein Phänomen im niedrigen einstelligen Bereich, so ein Kliniksprecher.

Ein gewisses Maß an Absagen oder Nichterscheinen wegen Krankheit oder aus Termingründen sei gängig, das habe es schon am Anfang der Pandemie gegeben, ergänzte der Ministeriumssprecher. „Wir haben aber aus den Impfzentren keine Berichte, wonach in jüngster Zeit vermehrt Zweittermine abgesagt wurden.“ Allerdings gebe es vermehrt Bitten um eine Verschiebung der Zweitimpfung wegen Terminkollisionen.

Der Sprecher sagte, dass besonders mit Blick auf die Delta-Variante der vollständige Impfschutz sehr wichtig sei: Wer seinen Zweitimpftermin versäumt habe, sollte ihn auf jeden Fall nachholen: „Auch wenn der von der Stiko empfohlene Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung überschritten wurde, die Zweitimpfung wirkt noch und ist genauso wichtig.“




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