Namensvetter in Filderstadt Für ihn ist jeder Tag Nikolaustag

Von Caroline Holowiecki 

Der Stadtarchivar aus Filderstadt Back heißt mit Vornamen Nikolaus. Den Spruch „Warum hast du keine Geschenke dabei?“ hat er als Kind oft gehört.

Stadtarchivar Nikolaus Back mit Sankt Nikolaus Foto: Caroline Holowiecki
Stadtarchivar Nikolaus Back mit Sankt Nikolaus Foto: Caroline Holowiecki

Filderstadt - Heute ist der 6. Dezember, der Nikolaustag. Für den Filderstädter Archivar ist jedoch jeder Tag Nikolaustag, wenn man so will – denn so heißt er mit Vornamen. Einen Rauschebart trägt Nikolaus Back nicht, und einen Bischofsstab führt er auch nicht mit sich. Dennoch erinnert sich der heute 59-Jährige an den einen oder anderen Spruch, den er im Kindergarten und in der Schule über sich ergehen lassen musste. „Als Kind hieß es das ganze Jahr über: Warum hast du keine Geschenke dabei?“, erzählt er. „Bis 14, 15 war das ein Thema“, sagt er. Heute jedoch ernte er für seinen markanten Vornamen kaum noch Kommentare, „weder positiv noch negativ“.

Häufiger sind Nico, Nikolai und Nikolas

Nikolaus gehört sicherlich nicht zu den häufigsten Namen, aber man findet ihn durchaus. Die Online-Suche weist zwei Firmen und drei Privatleute in Filderstadt aus, die so heißen – und das sind nur jene, die im Telefonbuch stehen. In Leinfelden-Echterdingen sind es fünf Treffer. Deutlich häufiger sind die Kurzformen, etwa Nico, Nikolai, Nikolas und vor allem Klaus samt diverser Schreibweisen. Eine Version ist besonders in: „Der Name Niklas wurde in Deutschland von 2006 bis 2018 ungefähr 37 000-mal als erster Vorname vergeben“, heißt es auf einer Vornamensseite im Internet. Im Jahr 1997 kam der Name demnach sogar auf Platz drei der am häufigsten vergebenen. „Vielleicht kommt Nikolaus auch noch mal in Mode?“, sagt der Stadtarchivar und lächelt.

Mutter und Vater haben Kreativität bewiesen

Warum Nikolaus Back heißt, wie er heißt? Es ist der Zweitname des Onkels. Mit Päpsten, Heiligen oder gar dem prominenten Geschenkebringer hat er indes nichts zu tun. Die Familie Back stammt aus dem Heidenheimer Raum, und dort sei der Name Pelzmärtel für den vorweihnachtlichen Gabenbringer geläufig. „Meinen Eltern war die Verbindung nicht klar“, sagt er. Dennoch haben Mutter und Vater seinerzeit durchaus Kreativität bewiesen. „Der Name war auch 1960 selten“, weiß Nikolaus Back über sein Geburtsjahr. Laut der Namens-Homepage war Nikolaus in den 1960ern in der Männervornamen-Hitliste gerade einmal auf Platz 184.

Geschenke überbringen wird Nikolaus Back an diesem Freitag nicht. „Da fehlen mir die schauspielerischen Fähigkeiten“, sagt er. Ihm liegt – berufsbedingt – eher das Historische. Prompt holt er das Ikonenbild eines griechischen Nikolaus hervor. Und dann ist da noch das Haus des Nikolaus, in dem er arbeitet. Das Stadtarchiv befindet sich in Sielmingen in der Kapelle. Erbaut wurde diese 1526 auf Geheiß des damaligen Ortsherrn von Obersielmingen, Klaus von Gaisberg. Und in manchen historischen Dokumenten laufe der unter? Genau, Nikolaus.