Neue Anlage in Stuttgart-Münster BMX-Strecke offen für den Nachwuchs

Von Christoph Kutzer 

Trainieren wie die Profis: In Stuttgart-Münster können auch unerfahrene Kinder ihre Fähigkeiten am BMX-Rad testen. Testreihe geht bis Ende Oktober, so lange ist die neue Anlage immer wieder für Jedermann geöffnet.

Dank der Flutlichtanlage an der Strecke in Münster können die BMX-Fahrer  auch noch abends und nachts fahren. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Dank der Flutlichtanlage an der Strecke in Münster können die BMX-Fahrer auch noch abends und nachts fahren. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

StuttgArt - Ein wenig unsicher kommt Alessandro den Weg zur acht Meter hohen Startrampe der BMX Supercross-Strecke in Münster herauf, wo Dirk Jäckel das Training einiger erfahrener Radsportler überwacht. „Ich fahre auch BMX“, beginnt der Zehnjährige ein Gespräch. Er war mit seinen Eltern in der nahegelegenen Alten Ziegelei essen. Dann sah er ein Zweirad abheben. Seine Neugier war geweckt.

Bei der Open Session am Samstag kann jeder Interessierte das Gelände aufsuchen und sich informieren. Auch selber fahren ist möglich – ein wenig Erfahrung und entsprechende Kleidung vorausgesetzt. „Am Anfang ist einfach mit leichten Stürzen zu rechnen“, erklärt Marco Jäckel, der für das Bundesteam in die Pedale tritt. „Ohne lange Hose und Schutz für die Knie sollte man nicht starten.“ Mit der Erfahrung verringere sich die Wahrscheinlichkeit, zu Boden zu gehen aber bedeutend.

Es sind keine Mädchen unter den Fahrern des VfR Cannstatt

Die jungen Fahrer des VfR Cannstatt, die an diesem Abend eine Bahn der Anlage nutzen, machen in dieser Hinsicht alles richtig. Wie sie die Hügel in Angriff nehmen, kann sich sehen lassen. Mädchen sind nicht unter ihnen. Dabei gibt es auch unter ihnen BMX-Interessierte. Die neunjährige Mira und ihr Bruder Jonas (7) sind mit ihren Eltern eigens aus Heilbronn angereist, um sich die Anlage anzusehen. Rasch entspinnt sich ein Plausch mit Dirk Jäckel über die korrekte Messung des Kopfumfangs für den passenden Helm und die Trainingsmöglichkeiten im Umland. Mira blickt den Starthügel hinunter: „Wer traut sich denn da runterzufahren?“ fragt sie sich laut. „Runterlaufen ist schwerer“, gibt Jäckel zu verstehen und fügt hinzu: „Wenn du hier trainierst, dann fängst du da unten an. Außerdem gibt es noch eine zweite Startrampe.“ Die ist nur fünf Meter hoch. Der frühere Motocross-Fahrer nimmt sich Zeit für die Fragen der Besucher. „Ich sehe die Open Session als Chance, den Nachwuchs auf die Bahn zu bekommen“, sagt er. „Die Möglichkeiten hier sind optimal“. Das gelte auch für die Ausstattung. „Ohne die Flutlichtanlage könnten wir heute kaum bis 20 Uhr fahren“, stellt er fest.

Aktuell werden auf dem Gelände vor allem Profis trainiert

Auch unabhängig von den Sessions wird über eine intensivere Nutzung der BMX-Supercross-Strecke durch Gruppen nachgedacht, die nicht zum Betreiber, der BMX Union Stuttgart, gehören. Denkbar wäre es etwa, den BMX-Kurs an der Altenburgschule mit Praxis auf dem Gelände zu verknüpfen. Aktuell werde an der Burgholzstraße vor allem von Profis trainiert, so Jäckel. Einige reisten sogar aus dem Ausland an. Alessandro wird wohl wiederkommen. Auch Jonas kann sich das vorstellen. Nur eine Bedingung gibt es, wie er seinem Vater mitteilt: „Ich brauche einen Fullface Helm.“

Von 8. September bis 27. Oktober kann man jeden Samstag, jeweils von 14 bis 16 Uhr, die neue BMX-Supercross-Strecke testen. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro. Nicht stattfinden wird die Open Session am 29. September.
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