Neues Album von Max François Singt mehr Französisch!

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Der Stuttgarter Singer/Songwriter Max François ist keiner von der verheulten Sorte. Sondern ein Romantiker, der weiß, wohin mit seinen Gefühlen. Am Samstag stellt er sein Album „Wollen, Hoffen, Können“ am Killesberg vor.

Max François hat ein neues Album: es heißt „Wollen, hoffen, können“. Foto: Promo
Max François hat ein neues Album: es heißt „Wollen, hoffen, können“. Foto: Promo

Stuttgart - Französisch als Songwriter-Sprache ist hierzulande leider völlig unterbewertet. Englisch kann jeder, auf Spanisch kommen viele nach ihrem Südamerika-Trip, aber unser Nachbarland ist und bleibt neben anderen halt doch Frankreich. Schöne Sprache außerdem.

Schon weil er da in eine himmelweite Lücke stößt, lohnt es sich, ins Album des Stuttgarter Musikers Max François reinzuhören. Zumal man sogar mit Französisch Mittelstufe wenigstens die Songtitel versteht: Mes Rêves heißt der eine, La Ville ein zweiter, Vive la vie ein weiterer. Zumal für Frankophobe im Refrain sofort übersetzt wird: „Vive la vie / Es lebe das Leben ...“

Eifrige kopfhoerer.fm-Leser denken da natürlich sofort an das gleichnamige Festival am Killesberg, das auch in seiner dritten Auflage wunderbar funktioniert hat. Max François, der sein Album diesen Samstag ebenfalls auf dem Killesberg in Eliszis Jahrmarktstheater vorstellt, frankophonisiert also nicht nur mit seiner Musik die Stuttgarter Singer/Songwriter-Szene – ein Verdienst, den das hiesige Institut Français mal anerkennen könnte.

Nicht so verheult, nicht so schwachbrüstig

Als Hörer anerkennt man bei diesem Album ganz andere Qualitäten. Max François hat, von vielen unbemerkt, einige der schönsten Stuttgart-Songs geschrieben. Auf seinem neuen Album hört man nicht nur den Sänger mit seiner Gitarre, sondern eine ganze Band. Die Songs sind aber nicht totproduziert, vielmehr nutzt Max François die üppigere Instrumentierung für teilweise grönemeyerhafte Lautmalereien: warum den Text roboterhaft genau singen, wenn das Gefühl anders viel besser rüberkommt?

Dieses Gefühl changiert dem Albumtitel angemessen zwischen „Wollen, hoffen, können“. Angenehm: Max François fehlt fast vollständig diese verheulte Schwachbrüstigkeit, die manche Singer/Songwriter gern vor sich hertragen. Er gibt auf dem Album ganz klassisch den Romantiker. Entwirft Gedankenbilder „zwischen hier und irgendwo“, lässt sich davon aber nicht luftig-leicht davontragen, sondern weiß schon, wohin mit seinen Gefühlen und Schwärmereien.

Release-Party am Samstag

Die Band und die Produktion unterstreichen diese musikalische Idee auf sehr passende Weise: akustische und elektronisch verstärkte Instrumente verstehen sich ganz wunderbar, die Akkordeon vermeidet jeden Bistro-Kitsch. Und in François’ Akustikgitarre kann sich das Gehör auch ohne audiophile Ich-höre-wie-die-Finger-über-die-Saiten-gleiten-Orgie angenehm einhaken.

 

der beweis!

Posted by max françois on Friday, May 15, 2015


Das Album wird am Samstag von 20 Uhr an in Eliszis Jahrmarktstheater präsentiert. Neben Max François und Band treten auf: Tobias Dellit, Micha Schlüter, Misou und Mahat.




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