Notfallbetreuung in Stuttgart zu Coronazeiten Viele Kita-Eltern drückt die Ungewissheit

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Ein Ende der häuslichen Kinderbetreuung ist derzeit nicht in Sicht. Das Stuttgarter Jugendamt hofft auf eine Öffnungsklausel bei der Notfallbetreuung. Denn der Druck bei den Familien steige.

Künftig soll die Notbetreuung in den Kitas ausgeweitet werden. Foto: dpa/Uwe Anspach
Künftig soll die Notbetreuung in den Kitas ausgeweitet werden. Foto: dpa/Uwe Anspach

Stuttgart - Wann wird es endlich wieder eine reguläre Betreuung in den Kitas geben? Diese Frage treibt derzeit viele Eltern und auch den Gesamtelternbeirat (GEB) der Stuttgarter Kitas um. Denn während sich für einen Teil der Schüler bereits eine Rückkehr in die Schule abzeichnet, gibt es für die Betreuung der Kleinen in den Kitas bisher noch keine Signale für einen Rückkehrtermin. Und ihren Eltern fehlt eine zeitliche Perspektive. „Die Eltern wollen einfach Gewissheit haben“, erklärt Sabrina Maier vom GEB-Vorstand der Stuttgarter Kitas. „Die Ungewissheit ist für die Eltern sehr anstrengend.“

Auch Sabrina Maier muss während des Telefonats Fragen ihrer Kinder beantworten. Die geplante Stellungnahme könne der GEB gerade nicht fertigstellen, „da wir im Homeoffice und mit Kindern beschäftigt sind“. Klar ist allerdings: zu der Ungewissheit, wie es mit der Kitabetreuung weitergeht, kommt für viele Familien die Ungewissheit, wie es mit dem Job weitergeht – und mit dem Einkommen.

Eltern hoffen auf weiteren Verzicht von Kitagebühren

„Die Eltern wollen auch wissen, ob auch künftig die Kitagebühren nicht eingezogen werden“, berichtet Sabrina Maier. Für April hatte die Stadt Stuttgart darauf verzichtet, der Gemeinderat hatte sich dafür mit Mindereinnahmen in Höhe von rund 3,4 Millionen Euro einverstanden erklärt.

Für die Mai-Gebühren gebe es bei der Stadt derzeit noch keine konkreten Überlegungen. Man warte noch auf die neue Verordnung der Landesregierung, erklärt Bernd Mattheis, der stellvertretende Leiter des Jugendamts. Das Gleiche gelte auch für die angekündigte Erweiterung der Notfallbetreuung in den Kitas. Dort werden derzeit insgesamt rund 470 Kinder betreut, davon 131 beim städtischen Träger. 15 dieser Kinder seien aus Kinderschutzgründen „nach und nach dazugekommen“, so Mattheis. „Man merkt schon, dass der Druck in den Familien steigt“, höre er von Erzieherinnen und Sozialbeitern.

Städtischer Träger hat Notaufnahmekapazität erweitert

Es gebe zwar keine signifikanten Anstiege von Gewalt, keine Alarmstimmung in Sachen Kinderschutz, so Mattheis. „Aber wir sind vorbereitet, haben unsere Notaufnahmekapazitäten erweitert.“ Und: „Wir bereiten schon mal den regulären Betrieb vor“, so der Jugendamtsvize. Dazu gehörten auch Überlegungen, wie man strengere Hygienevorgaben und kleinere Gruppen realisieren könne.




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