Parks geschlossen, Bänke weg Wie Frankreich gegen Corona kämpft

Von red/dpa 

Im Kampf gegen das Coronavirus sind Abstand und zu Hause bleiben wichtig. In Frankreich gelten bereits seit mehr als drei Wochen besonders strenge Beschränkungen. Doch es geht auch immer noch etwas strenger - wie einige Beispiele zeigen.

Frankreich verschärft die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiter. Foto: dpa/Loic Venance
Frankreich verschärft die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiter. Foto: dpa/Loic Venance

Paris - In Frankreich sind die Regeln im Kampf gegen das Coronavirus generell schon sehr streng. Vor die Tür darf man nur, wenn es unbedingt nötig ist - mit Passierschein. Spazieren gehen oder Sport ist nur eine Stunde am Tag und im Radius von einem Kilometer zur Wohnung erlaubt. Doch in einigen Orten im Landes gelten noch mal ganz spezielle Regeln. Eine Auswahl:

SPORT: Wer schon immer am liebsten am Abend und nachts Sport gemacht hat, ist derzeit in Paris richtig aufgehoben. Dort hat die Stadt sportliche Aktivitäten an der frischen Luft wie Joggen zwischen 10 und 19 Uhr untersagt. Zuvor hatte die Hauptstadt bereits sämtliche Parks geschlossen, in denen Sport mit genügend Abstand gut möglich war. Einige Départements im Großraum Paris zogen nach. Auch in der Küstenmetropole Nizza ist Sport beschränkt und nur zu bestimmten Zeiten erlaubt.

STRÄNDE UND PARKS: Kurz nach Beginn der Ausgangssperre hatte Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi verordnet, dass die Flaniermeile Promenade des Anglais gesperrt wird. Ebenfalls gesperrt sind zahlreiche Strände im Land - darunter an der gesamten Mittelmeerküste. In Paris und vielen anderen Orten wurden Parks und Grünanlagen abgesperrt. Auch das Spazieren im Wald ist vielerorts verboten - selbst wenn man direkt am Waldrand wohnt.

MASKEN: Nizzas Bürgermeister Estrosi hat angekündigt, innerhalb von zehn Tagen jedem in der Stadt eine Maske zur Verfügung zu stellen. Wenn es soweit ist, soll das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit verpflichtend sein. Auch die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat den Pariserinnen und Parisern zwei Millionen wiederverwendbare Schutzmasken versprochen - ob dann ein Maskenpflicht kommt, ist aber noch unklar.

AUSGANGSSPERRE: Auch da ist Nizza wieder weit vorn mit dabei: Ab 20 Uhr hat dort in einigen Stadtteilen niemand mehr auf der Straße etwas zu suchen. Ob sich die Leute daran halten, wird zum Beispiel mit Drohnen kontrolliert. Im gesamten Département Alpes-Maritimes gilt eine Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr morgens. Auch im schwer von der Pandemie betroffenen Département Haut-Rhin im Osten Frankreichs und weiteren Orten im Land wurde eine Ausgangssperre angeordnet.

BÄNKE: Der Bürgermeister der nordfranzösischen Gemeinde La Madeleine hat es vorgemacht, die Stadt Béziers im Süden übernahm die Idee: Im Kampf gegen Corona wurden dort alle öffentlichen Bänke abmontiert. „Der Platz eines jeden ist zu Hause“, begründete Bürgermeister Robert Ménard die Entscheidung. In Biarritz stehen die Bänke zwar noch, es ist aber verboten, sich länger als zwei Minuten draufzusetzen. Ausnahmen sind nur erlaubt, wenn jemand auf den Bus wartet oder gesundheitliche Probleme hat.

SPUCKE UND NIESEN: Wer in Marcq-en-Baroeul in Nordfrankrankreich niest und dabei nicht das Gesicht bedeckt, ist 68 Euro los. Das gilt auch, wenn jemand auf die Straße spuckt. Bürgermeister Bernard Gérard hatte in dem Ort neue Hygienevorschriften erlassen. Auch wer Schutzhandschuhe oder Masken auf die Straße wirft, wird bestraft.

ALKOHOL: Im Département Aisne in Nordfrankreich sollte eigentlich der Verkauf von Alkohol verboten werden. Nach heftigem Protest wurde daraus allerdings nichts, Präfekt Ziad Khoury machte einen Rückzieher. Er habe mit Suchtärzten gesprochen und die hätten von der Maßnahme abgeraten.

Wie Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon mitteilte, forderte die Pandemie in Frankreich bisher 10 869 Todesopfer. In Krankenhäusern starben binnen 24 Stunden 541 Menschen, für Altersheime lagen am Mittwochabend hingegen keine aktualisierten Angaben vor.