Politischer Pferdemarkt-Umzug 329 000 Vorschriften

Von Thomas K. Slotwinski 

Die Parteien wollen mehr Grün und Sicherheit in der Stadt und beklagen die Bürokratie.

Die CDU beklagt zu viele Vorschriften und Auflagen für den Pferdemarkt. Foto: ulo
Die CDU beklagt zu viele Vorschriften und Auflagen für den Pferdemarkt. Foto: ulo

Leonberg - Ach, wenn es doch auch im richtigen Leben so einfach wäre! Grün statt Beton, sagen die Grünen und bauen auf dem Marktplatz vor den Augen des Oberbürgermeisters ein paar graue Betonklötze auf, offenkundig um deren Hässlichkeit zu demonstrieren.

Die Stadträte um Bernd Murschel sind nicht die einzigen, die den Festumzug nutzen, um politische Botschaften zu platzieren. Die SPD wirbt für mehr Verkehrssicherheit. Die Leonberger Parteichefin Elviera Schüller-Tietze und ihre Mitstreiter sind als Zebras unterwegs, um eben viel mehr selbiger Streifen zu fordern. Der Alt-Stadtrat Rüdiger Beising wirbt für mehr Zweirad-Möglichkeiten und trotzt auf dem Fahrrad dem kurzzeitigen Graupelschauer.

Bonbons werfen ist nicht erlaubt

Die CDU beklagt beim 329. Pferdemarkt 329 000 Vorschriften und Auflagen. Selbst das Werfen von Bonbons ist verboten, was nicht nur Wolfgang Röckle geflissentlich übersieht. Die Fraktionsvorsitzende Elke Staubach und die ihren sind passend als Amtsschimmel unterwegs.

Note B? Nein, Grün statt „Beton“ soll das bei den Leonberger Grünen heißen. Foto: ulo
Tatsächlich nicht werfen sollte man jene Schnapsgläser, die die Zugteilnehmer gerne an die Zuschauer weiterreichen. Der Eltinger Kirbeverein kommt mit einem trübe ausschauenden Getränk auf die Tribüne auf dem Marktplatz, möchte aber als Gegenleistung ein Foto mit dem OB. Die Frauen vom Griechischen Elternverein sind großzügiger: Sie mischen sich unter die Ehrengäste der Stadt und schenken bereitwillig Ouzo aus. Jamas!

Eine Umzugspause machen diesmal die Freien Wähler. Der Stadtverbandsvorsitzende Wolfgang Schaal verfolgt das Geschehen von außen, Fraktionschef Axel Röckle sitzt im grün geschmückten Wagen des Obst-, Garten- und Weinbauvereins.

Leobad und Klimaschutz

Das Vakuum füllt „Wir sind Eltingen“ aus: Auf dem Wagen der Werbegemeinschaft ist ein Sprungturm mit einem feschen Schwimmer zu sehen. „Wird das Leobad fertig im Mai?“, spielen die Händler auf die Vollendung der Sanierung an und geben gleich die Antwort: „Brenner und Cohn, die schaffen das schon!“ Der Baubürgermeister und der OB lächeln.

Wie immer einen politischen Hintergrund hat der Wagen der Feuerwehr-Abteilung Warmbronn: Onlineshopping, Inlandsflüge oder Kreuzfahrten – all das muss nicht sein.

Optimistisch nach vorne blicken zwei frisch Vermählte. „Just married“: Als glückliches Paar im Ehebett präsentiert sich der fusionierte Musikverein Lyra Leonberg. Schon eine Weile vereint ist der SV Leonberg/Eltingen. Als Bauarbeiter für ihr neues Zentrum zeigen sich die Vorständler „Fit for Future“.




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