Porsche-Clubs Mit Rössle auf der Haube gehört man dazu

Ein Modell 356 im Jahr 1963 bei einem US-Clubtreffen in Del Mar. Foto: Porsche-Archiv
Ein Modell 356 im Jahr 1963 bei einem US-Clubtreffen in Del Mar. Foto: Porsche-Archiv

Porsche hat es wie kaum eine andere Automarke verstanden, seine Fans in Clubs hinter sich zu bringen. Der Sportwagenhersteller feiert mit einer Sonderausstellung die bisweilen skurrile Geschichte der Porsche-Clubs.

Stuttgart - Es gibt unter Journalisten ein Platitudenverbot. Zum Beispiel die Sache mit dem Mekka-Vergleich. Nur lassen sich leider etliche Hundert US-Amerikaner, einige Engländer, Neuseeländer und ganz wenige Deutsche, viele von ihnen im gesegneten Greisenalter, nicht anders als Pilgerfahrer bezeichnen. Sie kommen aus der halben Welt in dieser Woche nicht nach und wegen Stuttgart. Sie kommen nach Zuffenhausen. Wegen Porsche.

180 000 Porschianer rund um die Welt

Der Sportwagenhersteller hat es wie kaum eine andere Automarke verstanden, seine Fans in Clubs hinter sich zu bringen. Mehr als 180 000 „Porschianer e. V.“ existieren weltweit, zwei Drittel davon in den USA. Vom Wochenende an wird mit einer Sonderausstellung im Zuffenhausener Firmenmuseum der bisweilen skurrilen Geschichte der Porsche-Clubs gedacht.

Mike Robbins wird natürlich auch dabei sein. Ein Faible für europäische Autos hatte der junge Geschäftsmann bereits in den heckflossen- und hubraumstrotzenden 1950er Jahren in New York. Gegen Ende dieses Jahrzehnts kurvte er mit einem Jaguar durch Manhattan. „Das war schwierig, weil immer irgendwas kaputt war“, erinnert sich der langjährige Präsident des Porsche Clubs of North America heute – und hörte damals von der Robustheit des neuartigen handgefertigten Porsche Speedster.

Tröstlich: Wo Wasser reinläuft, läuft es auch wieder heraus

„Durch Zufall“ habe er sich spontan im Mai 58 ein gebrauchtes Auslaufmodell jenes Sportwagens sichern können, den Serien-Zuffenhausener mit dem wohl rudimentärsten Luxus aller Baureihen überhaupt. Robbins, der heute im besten Alter eines Ruhestandskaliforniers ist, besitzt trockenen, angelsächsischen Humor: „Es war zum Glück Sonnenschein, als ich das Auto abholte.“ Das minimalistische Notzelt für Fahrer und Beifahrer samt der abtrennbaren Windschutzscheibe für Rennen bezeichnete einst nicht einmal der Hersteller als Cabrioverdeck. „Wo Wasser hineingeht, läuft es auch wieder heraus“, sagt Robbins heute – und muss es wissen. Schließlich war er in 44 Jahren rund 1,2 Millionen Kilometer mit dem Wagen unterwegs, der heute einem französischen Sammler gehört. „Ich fuhr eigentlich jeden Tag“, sagt er ganz ruhig. Immer wieder betont Robbins seinen Respekt vor der „german quality“.

Klar, der eine oder andere Motor war fällig, immer gab es Inspektionen. Aber keineswegs andere Modelle. Als der 911er anno 1963 herauskam, war der Robbins zu wild für US-Highways. Was ihn nicht davon abhielt, für die US-Motodroms eine jener atemberaubenden 904er-Mittelmotor-Rennmaschinen zu erwerben – übrigens der erste Design-Geniestreich des jungen Ferdinand Alexander Porsche, kaum dass er die Waldorfschule am Kräherwald verlassen hatte.

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