Probleme im Regionalverkehr OB schreibt Brandbrief an Verkehrsminister

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Mit deutlichen Worten hat Gerd Maisch den Verkehrsminister aufgefordert, die Probleme im Regionalverkehr in den Griff zu kriegen. Die Zustände seien untragbar, sagt der OB von Vaihingen an der Enz. Er steht mit seiner Kritik nicht alleine.

Das Verkehrsunternehmen Abellio steht in der Kritik. Foto: dpa/Nestor Bachmann
Das Verkehrsunternehmen Abellio steht in der Kritik. Foto: dpa/Nestor Bachmann

Vaihingen/Enz - Der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch (Freie Wähler) hat den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) aufgefordert, sich zügig um die anhaltenden Probleme im Regionalverkehr zu kümmern. In einem Brief an Hermann beklagt sich Maisch konkret über die Verkehrsunternehmen Go-Ahead und Abellio. Seit diese im Juni 2019 die bis dahin von der Bahntochter DB Regio betriebenen Strecken in der Region Stuttgart übernommen haben, funktioniere das System nicht mehr.

Wegen der Verspätungen und Zugausfälle gebe es „auch in Vaihingen massive Beschwerden von den Nutzern“, schreibt Maisch. Die Probleme resultieren vor allem daraus, dass Abellio und Go-Ahead noch immer auf dringend benötigte Züge warten, denn die Hersteller Bombardier und Stadler kommen mit der Lieferung nicht nach. Hermann hatte Bombardier deswegen im vergangenen Jahr massiv kritisiert. Der Konzern sei „offensichtlich nicht leistungsfähig“, sagte der Minister.

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Geändert hat sich seither allerdings offenbar wenig. Anfangs sei man noch bereit gewesen, über Probleme hinwegzusehen, sagt jetzt Maisch. Aber auch mehr als ein halbes Jahr nach der Umstellung habe er nicht das Gefühl und die Hoffnung, dass es besser werde. Dieser „untragbare Zustand“ trage dazu bei, dass das Vertrauen der Bevölkerung in den Nahverkehr schwinde. „Ich fordere im Namen der Stadt Vaihingen das Land Baden-Württemberg auf, endlich Abhilfe zu schaffen.“

Der Sersheimer Bürgermeister ruft gar zum Protest auf

Alleine ist Maisch mit seiner deutlichen Kritik nicht. Der Sersheimer Bürgermeister Jürgen Scholz hatte seine Bürger Anfang Januar gar zum Protest animiert wegen der mangelhaften Zugverbindung auf der Strecke Stuttgart-Karlsruhe. Die neuen, von Abellio angebotenen Taktzeiten und die Unpünktlichkeit würden Pendlern schwer zu schaffen machen.

Auch Maisch verlangt in seinem Brief nun, dass das Land dafür Sorge trägt, dass „wenigstens die Pendler entschädigt werden“. Vaihingen habe durch eine massive Erweiterung des Park-and-Ride-Angebots dafür gesorgt, dass das Umsteigen auf die Schiene attraktiv sei. Die große Tarifreform im April 2019 habe ebenfalls dazu beigetragen, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen. Die Probleme auf den Strecken, so Maisch, würden diese Bemühungen allerdings konterkarieren. Die Folge sei, dass weiterhin „lieber das Auto genommen wird“.