Qual der Wahl – Das StZ-Wahlblog Politik bringt keine Quote

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Als Fernsehstar verfügt die Bundeskanzlerin Angela Merkel allenfalls über begrenzte Attraktivität. Ihre Quote bleibt zur besten Sendezeit nur mau.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bei Kameraleuten ein beliebtes Filmobjekt. Doch das Interesse des Fernsehpublikums an Politik scheint eher gering zu sein. Das zeigen zumindest die Zuschauerquoten. Foto: dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bei Kameraleuten ein beliebtes Filmobjekt. Doch das Interesse des Fernsehpublikums an Politik scheint eher gering zu sein. Das zeigen zumindest die Zuschauerquoten. Foto: dpa

Berlin - Was haben Linda Marlen Runge und Isabell Horn bloß Angela Merkel voraus? Die beiden jungen Frauen locken mit der Seifenoper „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ jedenfalls mehr Zuschauer vor den Fernsehbildschirm als die Kanzlerin. Gerade hatte das ZDF ihr zur besten Sendezeit eine Reportage gewidmet. Aber das Interesse des Publikums war ausgesprochen flau. Gute Zeiten für Teenie-Soaps, schlechte für TV-Politik.

Knapp 2,8 Millionen Menschen wollten Merkel sehen. Die darf nun hoffen, dass sie bei der Bundestagswahl einen höheren Marktanteil erreicht als die bescheidenen 9,9 Prozent, die das ZDF mit der mächtigsten Frau Deutschlands erzielte. In der Rangliste der beliebtesten Fernsehbeiträge an diesem Merkel-Abend schaffte es die Kanzlerin bei weitem nicht unter die besten zehn. Die Folge 5307 von GZSZ schnitt weitaus besser ab. Die Leichtathletik-WM und paralell laufende Spielfilme stahlen Merkel die Show.

Peer Steinbrück hatte einen noch geringeren Marktanteil

Einziger Trost für die Frau, die der CDU Quote bringen soll: ihr sozialdemokratischer Konkurrent Peer Steinbrück hatte eine Woche zuvor einen noch geringeren Marktanteil. Er kam auf 7,7 Prozent, womit allenfalls die FDP oder die Linkspartei zufrieden sein dürften. Mehr Leute werden sich wohl am 1. September einschalten, wenn Merkel und Steinbrück beim einzigen Fernsehduell dieses Wahlkampfs aufeinander treffen.

Allerdings lehren die einschlägigen Erfahrungen, dass solche Sendungen keineswegs ein Straßenfeger sind. Das TV-Duell Merkel gegen den SPD-Mann Frank-Walter Steinmeier vor vier Jahren wollten immerhin 14,21 Millionen Menschen sehen. Das wurde aber auch von vier Sendern gleichzeitig übertragen. Ein regelrechter Renner war Merkel gegen Schröder 2005. Da schauten mehr als 20 Millionen zu. Ein noch größeres Publikum haben allenfalls Fußballspiele. Aber die Kicker verdienen auch mehr als die Kanzlerin.




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