Radfahren in Waldenbuch Die schwierige Suche nach einem Downhill-Trail

Joshua Reber, Timo Raff und Maurice Pohlen (v.l.) suchen gemeinsam mit der Stadt und dem Jugendreferat nach einer Lösung. Foto: Claudia Barner
Joshua Reber, Timo Raff und Maurice Pohlen (v.l.) suchen gemeinsam mit der Stadt und dem Jugendreferat nach einer Lösung. Foto: Claudia Barner

Jugendliche Mountainbiker in Waldenbuch wünschen sich eine legale Strecke für ihren Sport – am Weilerberg könnte es eine Alternative geben, doch zuvor müssen noch viele Fragen geklärt werden.

Waldenbuch - Ohne schlechtes Gewissen den Hang hinunterpreschen, keinen Ärger mehr mit Wanderern und einen verlässlichen rechtlichen Rahmen, wenn doch mal einer stürzt – seit dem Frühjahr macht sich einer Gruppe jugendlicher Downhill-Fans aus Waldenbuch für einen legalen Mountainbike-Trail stark. Über 600 Unterschriften hatten sie in der Bevölkerung für ihr Vorhaben gesammelt und mit dem Stadtjugendreferenten Achim Böll im Sommer einen wichtigen Fürsprecher gewonnen. Jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

„Im Moment können wir uns am Weilerberg eine entsprechende Strecke vorstellen“, hat der Waldenbucher Bürgermeister Michael Lutz im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats kundgetan. Timo Raff, Maurice Pohlen und Joshua Reber saßen auf den Zuschauerplätzen und verfolgten aufmerksam, was der Schultes und der Jugendreferent zum Stand der Dinge mitzuteilen hatten.

Wunsch nach einer legalen Strecke

„Wir bräuchten wirklich dringend eine Strecke, auf der wir unser Hobby legal ausüben können“, erzählt das Trio. Der Dirtpark auf dem Hasenhof sei für Biker, die Tricks und Sprünge üben möchten, zwar gut geeignet. Beim Downhill-Biken liege der Spaß aber darin, möglichst schnell durch den Wald bergabzufahren. Rund um Waldenbuch gibt es zwar genügend Wald und auch so manch reizvolles Gefälle, doch die Suche nach einer geeigneten Strecke hat sich als schwierig erwiesen.

Zu hohe Erwartungen hat der Schultes bereits gedämpft: „Es wird nicht gelingen, für jeden Mountainbike-Fan eine geeignete Route auszuweisen.“ Natur- und Artenschutz, Jagd und Forsten, Verkehrssicherung und Haftungsfragen, Überschneidungen mit den Interessen anderer Freizeitsportler – es gibt vieles, was noch geklärt werden muss. Gemeinsam mit dem Forstrevierleiter Florian Schwegler scheint die Kommune der Lösung nun jedoch näher gekommen zu sein. Eine Route, die oberhalb des Wohngebiets Weilerberg beginnt und Richtung Rohrwiesensee bergab führt, scheint die besten Bedingungen zu bieten.

Der Bürgermeister jedenfalls zeigt sich optimistisch: „Wenn es uns gelingt, gemeinsam eine gute Konzeption zu entwickeln, könnte das durchaus ein reizvoller Weg sein.“ Da das Gelände als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sei, müsse auf bauliche Veränderungen – wie etwa Schanzen – allerdings verzichtet werden. Es gebe Vor- und Nachteile, die es nun abzuwägen gelte.

Im Schönbuch gibt es eine Mountainbike-Strecke mit Trail-Anteil

Dabei hat Michael Lutz auch die Erfahrungen aus der Nachbargemeinde Weil im Schönbuch im Blick, wo ein ähnliches Vorhaben erst kürzlich im Gemeinderat durchgefallen ist. Eine deutliche Mehrheit der Räte hatte den Eingriff in die Natur als nicht vertretbar erachtet und unter anderem auf die unlängst im Naturpark Schönbuch eröffnete 100 Kilometer lange MTB-Strecke mit 22 Prozent Trail-Anteil verwiesen.

Bevor der Waldenbucher Gemeinderat über den Bau einer Downhill-Strecke in der Schönbuchstadt entscheidet, will Michael Lutz deshalb eine breite öffentliche Diskussion anstoßen. „Wir brauchen eine sachgerechte Bürgerbeteiligung. Diese Gespräche müssen wir führen“, erklärte der Bürgermeister. Für Maurice, Timo und Joshua blieb seine Zusage: „Wir sind an dem Thema dran.“




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