Randale in Stuttgart Hehler mit Ware aus geplünderten Läden erwischt

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Die Polizei hat inzwischen 93 Tatverdächtige im Zusammenhang mit den Krawallen in der Stuttgarter Innenstadt ermittelt. Doch fünf von ihnen waren nicht an den Ausschreitungen beteiligt.

Hehler versuchen, aus den Plünderungen stammende Waren zu verkaufen. Foto: dpa/Silas Stein  (Archiv)
Hehler versuchen, aus den Plünderungen stammende Waren zu verkaufen. Foto: dpa/Silas Stein (Archiv)

Stuttgart - Der Innenminister Thomas Strobl (CDU) ist dieser Tage voll des Lobs für die Ermittlungsgruppe (EG) Eckensee der Stuttgarter Polizei gewesen. „98 Tatverdächtige wurden ermittelt, bei 93 hat sich der Tatverdacht erhärtet, bei fünf nicht“, sagte der Minister am Dienstag. Das sind zehn weitere Verdächtige seit der letzten von der Polizei veröffentlichten Statistik der Ermittlungsgruppe vor zehn Tagen.

Fünf Hehler sind ermittelt

Die Stuttgarter Polizei kann genauer aufschlüsseln, was diese überwiegend jungen Männer getan haben sollen. „Inzwischen haben wir aber auch ein paar Tatverdächtige, die nicht unmittelbar an den Krawallen beteiligt gewesen sind, fünf sind das bislang“ sagt die Polizeisprecherin Monika Ackermann. Gegen sie werde wegen Hehlerei ermittelt. Sie sollen zum Beispiel versucht haben, Handys weiterzuverkaufen, die bei der Plünderung eines Mobilfunkladens in der Innenstadt erbeutet worden waren. Die weiteren neu hinzugekommenen Verdächtigen sollen überwiegend schweren Landfriedensbruch begangen haben – also an den Zerstörungen und Plünderungen in der Innenstadt beteiligt gewesen sein. Dabei ist auch eine Frau, der vorgeworfen wird, Einsatzkräfte beleidigt zu haben.

Nicht alle Tatverdächtigen sitzen in Haft

Haftbefehle seien in den zurückliegenden Tagen keine weiteren mehr beantragt worden. Hingegen seien nun insgesamt 24 außer Vollzug sein – das heißt, dass ein Teil der Tatverdächtigen inzwischen wieder auf freiem Fuß ist. 18 sitzen aktuell in Haft. „Das kann sich natürlich ändern, wenn wir bei der Sichtung des Beweismaterials einen bereits identifizierten Verdächtigen wiedererkennen“, erläutert die Polizeisprecherin. Sollten dabei schwerwiegende Tatvorwürfe hinzukommen, könnte es passieren, dass die Staatsanwaltschaft erneut einen Haftbefehl beantrage. Das Material bearbeite weiterhin die EG Eckensee. „Zurzeit sind immer noch etwa 75 Kolleginnen und Kollegen in der Ermittlungsgruppe, es waren auch schon deutlich über 100“, sagt Ackermann.

Die Ermittler bearbeiten gewaltige Datenmengen

Die Datenmengen, welche die Ermittlungsgruppe zu durchpflügen hat, hätten ein „gigantisches Ausmaß“, sagte Strobl. Es handele sich um 750 Millionen Blatt Papier, würde man es ausdrucken, respektive sechs Terrabyte auf digitalen Datenträgern. Bei der Identifizierung seien auch Super Recogniser im Einsatz, so Strobl. Diese haben besondere Fähigkeiten, Gesichter wiederzuerkennen.

Bei der Randale in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni waren schätzungsweise 500 Personen marodierend durch die Innenstadt gezogen. Sie griffen Beamte an, zerstörten Polizeiautos und einen Rettungswagen, schlugen Schaufensterscheiben ein und plünderten Geschäfte. Der Sachschaden wird auf rund 460 000 Euro geschätzt. 32 Polizistinnen und Polizisten wurden verletzt.




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