Rechtspopulisten stellen skurrile Anfrage Bedrohen Veganterroristen Metzger?

In der Regel harmlos: Veganer der Tierrechtsorganisation Peta machen im Mai mit einer spektakulären Aktion in Stuttgart auf ihr Anliegen aufmerksam. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
In der Regel harmlos: Veganer der Tierrechtsorganisation Peta machen im Mai mit einer spektakulären Aktion in Stuttgart auf ihr Anliegen aufmerksam. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Auch damit müssen sich Ministerien beschäftigen: In Nordrhein-Westfalen hat die rechtspopulistische AfD ernsthaft wissen wollen, welche Gefahr von militanten Veganern ausgeht.

Stuttgart - Es könnte ein lustiger Beitrag aus Satiresendungen wie der „Heute Show“ oder „Extra 3“ sein, ist aber wohl tatsächlich so passiert: Die AfD im Landtag von Nordrhein-Westfalen hat von der dortigen Landesregierung allen Ernstes wissen wollen, welche Gefahr von militanten Veganern in dem Bundesland ausgeht. Offenbar witterte sie nach Flüchtlingen und politischen Anhängern der Bundesregierung ein neues Feindbild.

Hintergrund der Anfrage sind laut der Antwort des Innenministers, die seit zwei Tagen im Internet abrufbar ist, Medienberichte über Übergriffe von militanten Veganern auf Metzger in Frankreich. Spiegel Online habe demnach Ende Juni unter der Überschrift „Militante Veganer versetzen Metzger in Angst und Schrecken“ über dieses Thema berichtet.

Fragenkatalog an die Landesregierung geschickt

Anlass genug für die offenbar unterbeschäftigten AfD-Landtagsabgeordneten, die NRW-Landesregierung mit einem kleinen Fragenkatalog zu behelligen. Zentrale Frage: „Wie bewertet die Landesregierung die militante Szene der Veganer in NRW?“ Wichtig außerdem: „Was wird die Landesregierung unternehmen, um Metzgereien vor gewaltsamen Angriffen durch militante Veganer zu schützen?“

Die Antwort des Innenministers, im Übrigen abgestimmt mit Justizminister und Verbraucherschutzministerin, lautet wenig überraschend: „Der Landesregierung liegen keine Berichte oder Erkenntnisse über eine militante Szene der Veganer in NRW vor. Daher kann diese Szene auch nicht bewertet werden.“ Es seien der Landesregierung auch keine Übergriffe von militanten Veganern auf Metzgereien bekannt.

Der Vollständigkeit halber erwähnt der Innenminister, dass seit 2012 insgesamt 211 Straftaten in NRW dem Bereich Tierschutz, Tierrecht und Jagd zugerechnet worden seien. In 13 Fällen sei eine Metzgerei ein Tatort gewesen. In zwölf Fällen seien Farbschmierereien festgestellt worden, in einem Fall ein Aufkleber.




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