Ruhestand für einen Superstar Robert Redford denkt ans Aufhören

Robert Redford will es künftig ruhiger angehen lassen. Foto: AFP 24 Bilder
Robert Redford will es künftig ruhiger angehen lassen. Foto: AFP

Seit den 60er Jahren definiert Robert Redford, wie ein moderner Hollywoodstar sein soll: männlich, aber ohne Machoattitüde, klug, aber erdverbunden. Mit 81 Jahren spricht er jetzt vom endgültigen Ende seiner Karriere. Aber ein kleines Hintertürchen lässt er sich natürlich offen.

Kultur: Thomas Klingenmaier (tkl)
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Los Angeles - Der Oscar-Preisträger Robert Redford will seine Schauspielkarriere nach sechs Jahrzehnten im Geschäft beenden. „Sag niemals nie, aber ich habe ziemlich sicher beschlossen, dass es das für mich als Schauspieler war“, sagte der 81-Jährige der US-Zeitschrift „Entertainment Weekly“ über seinen neuen Film „The old Man and the Gun“. „Ich werde mich danach in Richtung Ruhestand bewegen“, sagte Redford weiter. Schließlich schauspiele er bereits seit seinem 21. Lebensjahr.

In „The old Man and the Gun“ Film, der im Herbst in die US-Kinos kommen soll, geht es um den Berufsverbrecher Forrest „Woody“ Tucker, eine reale Figur, einen notorischen Bankräuber, der mit 15 Jahren zum ersten Mal ins Gefängnis musste, immer wieder inhaftiert wurde und 30 Ausbruchsversuche unternahm – 18 davon erfolgreich, wie er stolz vermerkte. Tucker (1920-2004) schrieb mehrere Bücher über seine kriminelle Karriere und zog sich auch in seinem Altersruhesitz in einer Rentnerkommune in Florida nicht genz aus dem vertrauten Gewerbe zurück. Mit 79 überfiel er noch vier Banken in der näheren Umgebung. „Für mich war es wundervoll, die Figur an diesem Punkt in meinem Leben zu spielen“, sagte Redford über den Ganoven, der wie Redford selbst lange aktiv blieb.

Fokussiert und lässig

Lange galt Robert Redford als einer der charismatischsten Herzensbrecher Hollywoods. Bekannt geworden war er zwar schon mit den Bühnenverfilmungen „Dieses Mädchen ist für alle“ (1966) nach Tennesse Williams und „Barfuß im Park“ (1967) nach Neil Simon, aber ganz steil oben schoss seine Karriere mit einer der Titelrollen in der sofort zum Klassiker avancierenden Western-Erneuerung „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (1969), in Deutschland lange als „Zwei Banditen“ bekannt. Redford spielte da an der Seite von Paul Newman, mit dem er auch den Welthit „Der Clou“ lieferte. Er definierte den modernen Hollywoodstar: männlich, aber ohne Machoattitüde, klug, aber erdverbunden.

Redford war stets ein zurückhaltender Schauspieler, dessen fokussierte Lässigkeit den falschen Eindruck erwecken konnte, er verlasse sich auf sein gutes Aussehen. Wie falsch diese Einschätzung ist, kann man schon daran sehen, wie locker er etwa einem die ganze Trickkiste ausschüttenden Method Actor wie Dustin Hoffman in dem Watergate-Thriller „Die Unbestechlichen“ (1976) standhält.

Ein verhasster Liberaler

Seit 1980 ist Redford auch als Regisseur und Produzent aktiv, bereits 1978 rief er das Sundance Film Festival ins Leben, das dem von großen Studios unabhängigen Film und dem Nachwuchs eine Bühne bieten möchte und längst als eines der weltweit einflussreichsten gilt. Politisch hat sich Redford immer wieder engagiert, unter anderem für den Umweltschutz, die Rechte der amerikanischen Ureinwohner und die rechtliche Gleichstellung schwuler Lebensgemeinschaften. Für Amerikas Konservative ist der in Sundance in Utah lebende Robert Redford die Verkörperung des verhassten liberalen Hollywood, und so ganz kann er von dem Gedanken noch nicht lassen, diese Fraktion weiter zu ärgern. Ob er nicht doch bloß seine Schauspielkarriere an den Nagel hängen werde und als Regisseur weiter arbeite, sagt Redford, sei noch nicht heraus.




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