Von Dienstag an können haltbare Lebensmittel an der Galerie in Sindelfingen abgegeben werden. Sie kommen ins polnische Chelm.

Sindelfingen - Es ist ziemlich präzise zwei Jahre her und war zu Beginn der Coronapandemie, als die Initiative „Helfen statt Hamstern“ sich beispielsweise älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Lockdown angenommen hat. Eine Solidar-Initiative aus der Mitte der Stadtgesellschaft. Jetzt hat sich der rührige Zirkel eine neue Aufgabe vorgenommen – Hilfstransporte in die vom russischen Angriff gezeichnete Ukraine.

Ein Heer von Flüchtlingen wird im polnischen Chelm erwartet

Jens Musleh, 48-jähriger ITler und Sprecher der Sindelfinger Grünen, der FDP-Junggemeinderat Max Reinhardt, Heike Stahl von der Bürgerstiftung, Sim-TV-Macher Siggi Barth und einige andere Initiatoren von „Helfen statt Hamstern“ saßen zuletzt fassungslos vor dem Fernseher, um die Invasion russischer Panzer und Soldaten in die Ukraine mitzuverfolgen. Und um sich zu sagen: Da müssen wir was tun, da müssen wir helfen.

Denn mit dem Einmarsch der russischen Armee und deren Zerstörungen wird auch ein Heer an Flüchtlingen erwartet. Viele von ihnen werden nach Chelm fliehen. Sindelfingens polnische Partnerstadt liegt nur 30 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und hat viele Beziehungen zu den Nachbarn. Die Stadt rüstet sich aktuell für die Aufnahme der Kriegsflüchtlinge.

Gebraucht wird alles, was hilft und haltbar ist

„Helfen statt Hamstern“ will deshalb einen Hilfstransport nach Chelm organisieren. Gesucht wird alles, was hilft und haltbar ist. Also Kleidung, kleine Haushaltsgegenstände, Verbandsmaterial, Masken, Sportsachen, Wasser, Konserven und haltbare Lebensmittel wie Reis und Nudeln, Isomatten, Decken, Rucksäcke, Hygieneartikel, Klopapier und so weiter. „Wir benötigen auch Umzugskartons, um die Sachen zu verpacken“, schreibt die Initiative in einer Pressemitteilung, „aber keine Geldspenden.“

Sindelfinger Rathaus ist beflaggt

Die Hilfsgüter sollen per Lkw nach Chelm, teils aber auch nach Moldawien. Den restlichen Teil der Hilfsgüter wollen die Sindelfinger zum Beispiel nach Filderstadt und Freiburg bringen, die ukrainische Partnerstädte in Lviv und Poltava haben und mit Flüchtlingsfamilien rechnen. Als Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine wehen vor dem Sindelfinger Rathaus die europäische Flagge, die Landesflagge der Ukraine, die Flagge der Stadt Sindelfingen sowie die Flagge des „Mayors for Peace“-Bündnisses.

Die Ukraine-Hilfe-Sammelaktion läuft vom Dienstag, 1., bis zum 13. März täglich von 10 bis 17 Uhr, mittwochs von 10 bis 14 Uhr vor der Galerie am Marktplatz (die Rampe rechts vom alten Rathaus).

Fragen werden telefonisch beantwortet unter der Nummer 0 70 31 / 30 47 47 70 oder per E-Mail an die Adresse info@helfen-statt-hamstern.de. Infos stehen auch unter www.helfen-statt-hamstern.de im Internet.