Schulgarten in Vaihingen/Enz Entsetzen über Zerstörungswut

Mit System zertrümmert: die mühsam von Hand gesetzte Mauer Foto: privat 6 Bilder
Mit System zertrümmert: die mühsam von Hand gesetzte Mauer Foto: privat

Der Schaden ist groß, nicht nur in finanzieller Hinsicht: Unbekannte haben einen mit Herzblut angelegten Schulgarten in Vaihingen/Enz verwüstet. Die Polizei ermittelt.

Ludwigsburg: Susanne Mathes (mat)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Vaihingen/Enz - Als Markus Widmann, Rektor der Ottmar-Mergenthaler-Realschule im Vaihinger Teilort Kleinglattbach, am Donnerstagmorgen das Schulgelände betrat, „da hat’s mich echt umgelegt“, sagt er. Der Schulgarten, ein Herzensprojekt der Schule: ein Bild der Verwüstung. Unbekannte hatten in der Nacht mehrere mit Steinen befüllte Gabionen umgestürzt, hölzerne Komposter malträtiert und eine von Hand gesetzte Steinmauer zerstört – mit einer Hacke oder einem sonstigen schlagkräftigen Werkzeug.

Mindestens 10 000 Euro Schaden

„Es sah aus wie ein einziger Gewaltrausch“, erzählt der Schulleiter, der in seinem letzten Berufsjahr steht und sagt, eine solch destruktive Aktion habe er während seiner ganzen Laufbahn nicht erlebt. Den Schaden schätzt er auf mindestens 10 000  Euro. Und der finanzielle Schaden ist es nicht mal, der ihn und seine Schulgemeinschaft am meisten trifft. Den Tätern scheine nicht klar zu sein, welche Werte sie mit ihrer Tat angegriffen hätten, so Widmann.

Brachialgewalt gegen ein Leuchtturmprojekt

Den Schulgarten hatten Lehrkräfte, Schüler Eltern, Förderer und Bildungspartner in den jüngsten Jahren sukzessive angelegt. Hatte er zuvor, von einer Arbeitsgemeinschaft je nach Kapazität betreut, immer mal wieder im Dornröschenschlaf gelegen, war er zuletzt mit viel Mühe und Aufwand zum Lernort und grünen Klassenzimmer umgestaltet worden, der in den Unterricht verschiedenster Fächer einbezogen wurde. „Ein tolles, nachhaltiges und für die Schulgemeinschaft uneingeschränkt positives Projekt. Ein Leuchtturm“, sagt Widmann.

Garten auch im Lockdown betreut

Und gerade in der tristen Corona-Zeit war die Arbeit im Garten ein Hoffnungsprojekt und einer der wenigen Lichtblicke. Kollegen hätten ihn – unter Einhaltung der Regelungen – auch im Lockdown betreut, und Schüler, die mit dem Fahrrad vorbeigekommen seien, hätten geholfen, auch Ehemalige, berichtet der Schulleiter. Da sei manche Fähigkeit zum Vorschein gekommen, die man zu „normalen“ Zeiten an den Heranwachsenden vielleicht gar nicht entdeckt hätte. „Da haben sich rührende Szenen abgespielt. Es gab eine neue Ebene der Verbundenheit.“

Die Polizei ermittelt in dem Fall und sucht Zeugen (Telefon: 0 70 42/941-0). Die Schule indes will den Garten wieder aufbauen. „Jetzt erst recht“, sagt Rektor Widmann.




Unsere Empfehlung für Sie