Schulsozialarbeit in Ditzingen Der Hilfsbedarf an der Realschule ist besonders groß

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Die Schulsozialarbeiter sind weit mehr als Streitschlichter – vor allem gegenüber älteren Schülern wandelt sich ihre Rolle.

Die Gespräche mit Schülern erstrecken sich teils über Monate.. Foto: dpa/Sebastian Kahnert
Die Gespräche mit Schülern erstrecken sich teils über Monate.. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Ditzingen - Die Schulsozialarbeiter sind in den Ditzinger Schulen stark gefragt. Dabei geht es bei Weitem nicht nur um Streitigkeiten im Klassenverband. Häufig ist Hilfe im Einzelfall nötig. In der Realschule wurden die Schulsozialarbeiter gar in 31 Fällen tätig, weil das Wohl des Schülers gefährdet war. Das geht aus dem Schuljahresbericht 2018/2019 der Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz hervor. Dieser wurde den Stadträten vorgelegt.

Was macht der Schulsozialarbeiter?

Schulsozialarbeit ist professionell erbrachte soziale Arbeit in einer Schule mit den Menschen, die dort lernen und arbeiten. Schulsozialarbeiter sind bei Bedarf mit Schülern, Lehrern und Eltern im Gespräch. Ditzingen hat dafür an allen Schulen denselben Anbieter, nämlich die Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz. Die Schulsozialarbeiter arbeiten in Projekten sowohl mit der gesamten Klasse, aber auch mit einzelnen Schülern.

Hilfe an Realschule und Gymnasium

Am Gymnasium fanden 112 Beratungsgespräche von Schülern statt. Davon waren 70 mit Mädchen und 42 mit Jungs. Anders stellt sich die Situation an der Realschule darf. „Der Bedarf in der Einzelfallhilfe und der Krisenintervention war weiterhin hoch“, heißt es in dem Bericht. 166 Schülerinnen und 103 Schüler nahmen das Gesprächsangebot an. „Der Bedarf war in Klassenstufe fünf und sechs größer als in den anderen Klassen“, teilt die Caritas mit. Allerdings gab es verstärkt in den Klassen acht bis zehn Begleitungen über mehrere Monate oder gar das gesamte Schuljahr. In 31 Fällen bestand der später bestätigte Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung, sodass die Schule entsprechende Hilfe hinzuzog. Dabei ging es unter anderem um psychische und physische Gewalt sowie um Vernachlässigung.

Einzelfallhilfe an der Grundschule

Die Schulsozialarbeiter sind im vergangenen Schuljahr sowohl in den weiterführenden Schulen als auch in den Grundschulen tätig gewesen. Gespräche wurden sowohl mit Eltern als auch mit Schülern geführt – jeweils auf freiwilliger Basis.

Die Gespräche mit den Schülern waren von unterschiedlichen Themen geprägt. In der Grundschule Heimerdingen wurden 26 Einzelgespräche geführt, überwiegend mit Jungs. Themen waren dem Bericht zufolge unter anderem unangemessene soziales Verhalten, Ausgrenzung, Streit mit Mitschülern und auffälliges Verhalten im Unterricht. Sowohl in der Theodor-Heuglin-Grundschule als auch in der Konrad-Kocher-Schule waren in der Einzelfallhilfe nahezu ebenso viele Mädchen wie Jungs. Oftmals finden dabei mehrfach Gespräche mit einem Schüler statt. In der Wilhelmschule wurden beispielsweise 125 Gespräche geführt mit 47 Kindern.

Die Themen der Beratungsgespräche

Gesprächsanlässe und Gesprächsrahmen verändern sich mit dem Alter der Schüler, wie die Aufstellung am Beispiel der Konrad-Kocher-Schule zeigt. In den ersten zwei Schuljahren gehe es primär um Freundschaftsbeziehungen, der Einhaltung von Spielregeln, dem gewaltfreien Umgang miteinander und dem Wunsch, beliebt zu sein und dazuzugehören. Komplexer würden die Gespräche von der dritten Klasse an, wenn es um Vertrauen, Cliquenbildung, Liebeskummer, Leistungsdruck und Ängste gehe. „Die Themen setzen sich in den vierten Klassen fort mit dem Unterschied, dass die Schüler sich im Vergleich zur dritten Klasse mehr Privatsphäre wünschen“, teilt die Caritas mit.