Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bestreikt erneut die Deutsche Bahn. Reisende müssen sich daher bis Mittwochfrüh wieder auf Störungen einstellen – mitten in der Urlaubszeit. Wir zeigen Möglichkeiten, wie Sie trotzdem ans Ziel kommen.

Stuttgart - Urlauber und Pendler müssen erneut mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Es ist bereits der zweite Bahn-Streik in diesem Monat.

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Im Güterverkehr hat der Ausstand bereits am Samstag begonnen, nun ist auch der Personenverkehr betroffen. Der Streik soll bis Mittwochfrüh dauern. Die Auswirkungen werden aber vermutlich bis in den Freitag zu spüren sein.

Sechs Alternativen

Die Bahn rät allen, die „nicht zwingend fahren müssen“, ihre für den 23. und 24. August geplanten Reisen zu verschieben. Weitere Informationen gibt es auf der DB-Homepage. Was aber, wenn man trotzdem von A nach B kommen will oder muss?

Klar, dann kann man, sofern vorhanden, aufs eigene Auto umsteigen oder einen Mietwagen nehmen. Bei kürzeren Strecken bieten sich auch Fahrrad oder Taxi an, bei längeren das Flugzeug. Es gibt aber weitere Alternativen. Wir haben sechs Möglichkeiten zusammengestellt.

Andere Zuganbieter

Im aktuellen Streik legen nur die Lokführerinnen und Lokführer der DB die Arbeit nieder, die in der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL) organisiert sind. Die GDL hat zwar deutlich weniger Mitglieder als die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), vertritt aber rund 80 Prozent der DB-Lokführer. Konkurrenten wie Flixtrain fahren jedoch weiter im Fernverkehr.

Auf die grünen Züge des Unternehmens können Reisende zum Beispiel auf diesen Strecken umsteigen: Stuttgart–Berlin (über Heidelberg, Darmstadt, Frankfurt, Fulda, Erfurt, Halle), Berlin–Hamburg, München–Berlin, Berlin–Köln.

Ausländische Züge

Auch die Angebote ausländischer Zug-Unternehmen bestehen weiter – etwa mit dem TGV der französischen Staatsbahn SNCF, dem Railjet (RJ) der staatlichen Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) oder auf Verbindungen, die von der Schweizer Bahn (SBB) betrieben werden (etwa der Seehas zwischen Engen und Konstanz. Die Deutsche Bahn teilte mit, dass die TGV- sowie die ÖBB- und EC/RJ-Züge unter anderem auf folgenden Strecken fahren:

ICE/TGV-Züge: Stuttgart–Straßburg–Paris, TGV-Züge: Frankfurt am Main– Straßburg–Marseille, RJ-Züge: München–Salzburg–Wien–Budapest, ICE-Züge: Passau–Linz–Wien.

Privatunternehmen im Regionalverkehr

Im Regionalverkehr will die DB den Kundinnen und Kunden weiter ein verlässliches Angebot bieten. So sollen S-Bahnen auf ihren jeweiligen Strecken zumindest einmal stündlich fahren, auch in der Region Stuttgart. Alle Betroffenen sollen sich laut Bahn online informieren und ihre Verbindungen überprüfen– auf bahn.de oder in der DB-App. Das Angebot könne sich im Lauf des Tages ändern.

Es gibt zudem Strecken, auf denen im Regionalverkehr private Unternehmen unterwegs sind, die nicht streiken. Nahverkehrszüge der Anbieter Abellio und Go-Ahead sind in Baden-Württemberg nicht direkt von den Streiks betroffen und werden regulär fahren. Trotzdem kann es auch hier zu Behinderungen und Verspätungen kommen, etwa weil Gleise belegt sind.

Fernbus

Wenn die Bahn nicht fährt, freuen sich die Fernbusunternehmen. Mit Flixbus etwa kann man europaweit in mehr als 2500 Städte fahren. Weitere Anbieter sind unter anderem BlaBlaCar Bus und Eurolines. Mit den Bussen kommt man teils zu äußerst günstigen Preisen ans Ziel, manchmal schon ab rund vier Euro. Allerdings steigt zu Streikzeiten die Nachfrage, was dann die Preise nach oben treibt. Zudem dauern die Busfahrten meist länger als die gleiche Strecke mit der Bahn. Es ist dennoch eine gute Möglichkeit.

Fahrgemeinschaften

Da nicht jeder ein eigenes Auto hat und alleine zu fahren nicht gerade umweltfreundlich ist, können sich Kolleginnen und Kollegen für den Arbeitsweg zusammentelefonieren, sich gegenseitig abholen und so eine Fahrgemeinschaft bilden. Auch bei privaten Reisen bietet es sich an, dass Menschen sich zusammentun. Schon allein, weil man sich dann die Kosten teilen kann.

Mitfahrgelegenheit

Eine weitere Alternative sind Mitfahrgelegenheiten. Mitfahrzentralen waren bereits in den 80ern sehr beliebt und frequentiert. Dann gerieten sie länger in Vergessenheit, sind aber seit einen Jahren wieder gefragt. Denn Reisende können hier schnell und günstig zum Ziel kommen. Ein netter Nebeneffekt: man kommt auch ins Gespräch und kann Kontakte knüpfen. Anbieter sind unter anderem BlaBlaCar, Mitfahren und Hitchhikers.

Was den Zugverkehr der Bahn betrifft: Bundesweit soll während der Streiktage etwa ein Viertel der Fernverkehrszüge fahren. Die Bahn warnt allerdings vor einer „sehr hohen Auslastung“ der noch verkehrenden Züge. Während des Streiks hat das Unternehmen übrigens die Zugbindung bei Sparpreisen „aus Kulanzgründen“ aufgehoben. Die Gültigkeit der Tickets des Streikzeitraums wurde bis einschließlich 4. September verlängert. Auch eine kostenfreie Erstattung ist möglich.

Reisende in Baden-Württemberg und der Region Stuttgart können sich unter anderem beim Kundendialog DB Regio Baden-Württemberg unter der Telefonnummer 07 11/20 92 70 87 informieren. Wer wegen des Streiks nach Alternativen zur Bahn sucht, kann diese auch über die App Mobility Stuttgart finden. Die Anwendung bietet die Vernetzung zum Bikesharing von RegioRadStuttgart sowie zu den E-Scootern von Voi. Weiterführende Informationen zu Alternativen finden betroffene Reisende auch auf der Homepage des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart GmbH (VVS).