Serien-Tüv „Better Call Saul“ Näher dran an „Breaking Bad“

Von  

Walter Whites Anwalt ist zurück – und langsam wird er böse. Zu Beginn der vierten Staffel des „Breaking Bad“-Ablegers „Better Call Saul“ wird der Ton des Seriendramas finsterer. Unser Serien-Tüv fasst die ersten Eindrücke der vierten Staffel von „Better Call Saul“ zusammen, die jetzt bei Netflix gestartet ist.

Bob Odenkirk als  Jimmy McGill, der zu  Saul Goodman wird Foto: Netflix 8 Bilder
Bob Odenkirk als Jimmy McGill, der zu Saul Goodman wird Foto: Netflix

Stuttgart - Lohnt sich das Einschalten? Heute im Schnelltest: die erste Episode der vierten Staffel des Seriendramas „Better Call Saul“.

Die Story in drei Sätzen Der Anwalt Jimmy McGill (Bob Odenkirk) erfährt, dass sein Bruder Chuck bei einem selbst gelegten Feuer verbrannt ist. Der Ex-Cop Mike Ehrmantraut (Jonathan Banks) bastelt mit seiner Enkeltochter ein Gartenbewässerungssystem, schaut Baseball und langweilt sich. In einer Lagerhalle in Albuquerque bereiten Gus Fring (Giancarlo Esposito) und Juan Bolsa (Javier Grajeda) derweil einen Drogenkrieg vor.

Was soll das alles? Die erste Folge der vierten Staffel des Seriendramas „Better Call Saul“ lässt es langsam angehen. In der Episode namens „Smoke“ (Rauch) geht es nicht darum, die Handlung voranzutreiben, sondern die Fans der Serie wieder in Stimmung zu bringen. Für Neueinsteiger ist diese Episode ein Rausschmeißer.

Wie wird es weitergehen? Wie die Erfolgsserie „Breaking Bad“ ist auch ihr Ableger „Better Call Saul“ ein Entwicklungsroman mit negativen Vorzeichen. In „Breaking Bad“ (2008–2013) ging es darum, wie aus dem Chemielehrer Walter White ein Drogenboss wird, „Better Call Saul“ erzählt seit 2015 davon, wie der erfolglose Rechtsverdreher Jimmy McGill zu Saul Goodman und zum Anwalt eben dieses Drogenbosses wird.

Geht das gut aus? Achtung Spoiler: Natürlich nicht! Wer „Breaking Bad“ geschaut hat (und wer hat das nicht), weiß, dass Saul Goodman am Ende der Serie unter falscher Identität untertauchen muss.

Die Szene des Tages Wie die bisherigen „Better Call Saul“-Staffeln beginnt auch die vierte mit einem Blick in die Zukunft. In der sich wunderbar auf nebensächliche Details stürzenden Schwarzweiß-Sequenz erfährt man von einem Zusammenbruch und von der alltäglichen Paranoia Jimmys, der sich nun Gene Takovic nennt, sich vor jeder Krankenhausangestellten, die nach seiner Sozialversicherungsnummer fragt, und jedem Taxifahrer, der etwas zu intensiv in den Rückspiegel blickt, fürchtet. Dazu ist die schmalzig-wehmütige Doo-Wop-Nummer „We Three“ der Ink Spots aus dem Jahr 1943 zu hören.

Die Frage des Tages Wer würde bei einem Straßenkampf gewinnen: Bruce Lee oder Muhammad Ali ?

Lexikon unnützes Wissens Ein Baseballteam namens Albuquerque Isotopes, das auch bereits in „Breaking Bad“ aufgetaucht ist und dessen Spiel nun, als Mike den Fernseher einschaltet, gerade übertragen wird, gibt es tatsächlich. Den Namen hat sich die Mannschaft allerdings bei den „Simpsons“ geklaut.

Der Breaking-Bad-Moment Als der Anwalt Howard Hamlin Jimmy McGill beichtet, dass er sich die Schuld an Chucks Tod gibt, antwortet dieser: „Tja, Howard, ich schätze, damit musst du jetzt leben“, steht auf, füttert den Goldfisch und kocht vergnügt pfeifend Kaffee.

Bingewatch-Faktor „Better Call Saul“ spielt vor den Geschehnissen in „Breaking Bad“, nähert sich zeitlich aber immer mehr der Originalserie an. Das macht den Job der Show­runner Vince Gilligan und Peter Gould nicht einfacher – vor allem, weil der Ableger eigentlich immer dann am besten ist, wenn er möglichst großen Abstand zu „Breaking Bad“ hält.

Gesamtnote 3

Netflix veröffentlicht immer dienstags gleich nach der US-Ausstrahlung neue Episoden der vierten „Better Call Saul“-Staffel