Sexismusdebatte in Stuttgart Werber und Stadt beraten über Sex-Plakate

Von Barbara Czimmer 

Nach sexistischen Werbeplakaten für eine Datingshow und Reklame für Sexbörsen hat die Gleichstellungsbeauftragte zum Gespräch gebeten.

Die Werbung für Gelegenheitssex rief Kritik hervor. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Die Werbung für Gelegenheitssex rief Kritik hervor. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Für Gelegenheitssex, für Sexspielzeug oder für eine Datingshow ist zuletzt großflächig in Stuttgart in der Öffentlichkeit geworben worden. Die Art, wie geworben wurde, hat nicht allen gefallen. „Täglich gingen bei uns vier bis fünf Mails ein, als die C-Dating-Plakate noch ausgehängt waren“, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte Ursula Matschke, bei der auch eine Beschwerde der Fraktion der Grünen eingegangen war. Matschke hat dies zum Anlass genommen, die Verantwortlichen an einen Tisch zu bitten. Auch das Tiefbauamt und das Rechtsamt sind dazu eingeladen. Im Beirat für Gleichstellungsfragen erklärte Matschke: „Für den Termin kommende Woche haben sogar Geschäftsführer aus Frankfurt zugesagt.“

Diskussion über den öffentlichen Raum

Die Flächen werden von Außenwerbungsfirmen wie Stadtkultur, Ströer, Wall, Ilg und JCDecaux vermietet, aber auch die Stuttgarter Straßenbahnen und die Bahn stellen Platz an ihren Haltestellen zur Verfügung. „Die von uns einst aufgestellten Kriterien sexistischer oder diskriminierender oder verunglimpfender, herabwürdigender Werbung greifen bei den beanstandeten Plakaten nicht mehr. Jetzt sind die Produkte selbst das Problem“, so Matschke. Man müsse nun die Diskussion darüber führen, „wie wir mit dem öffentlichen Raum umgehen“.

Jitka Sklenářová (Grüne) begrüßte Matschkes Initiative, „aber ich bezweifle, ob die Kriterien abzulehnender Werbung auch für Sexspielzeug gelten“. Ina Schumann (Puls) bat darum, auch die „breitflächige Werbung für Bordelle in die Diskussion einfließen zu lassen“. Derzeit werde am Pragsattel für ein solches Etablissement geworben.

Judith Vowinkel, bis 2019 SPD-Stadträtin, hält den kritischen Vorstoß für wichtig: „Je weniger man dagegen angeht, desto aggressiver wird die Werbung.“




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