Sindelfingen/Weil der Stadt Bescherung für Uganda

Von wi 

Der Verein Partnerschaft Gesunde Welt schickt gut erhaltene medizinische Geräte sowie OP-Besteck und Verbandsmaterial an zwei Kliniken in Afrika. Dort wartet man dringend auf die Hilfsgüter.

Helfer packen 7000 Kilogramm Hilfsgüter ein. Foto: factum/Bach
Helfer packen 7000 Kilogramm Hilfsgüter ein. Foto: factum/Bach

Drei Sterilisatoren, ein Röntgengerät im Wert von 30 000 Euro, ein HNO-Gerät für endoskopische Untersuchungen von Hals-, Nasen und Ohren sowie für Nasen- und Ohrspülungen, zwölf Krankenbetten, 14 Neugeborenenbetten, 30 Rollstühle, zehn Rollatoren und unzählige Kisten mit Operations-Werkzeugen und Verbandsmaterial – Mitglieder des Vereins Partnerschaft Gesunde Welt, der von Mitarbeitern des Klinikums Südwest gegründet wurde, haben am Freitag 7000 Kilogramm Hilfsgüter in einen Truck geladen. Am Montag fährt der Lastwagen nach Bremerhaven. Dort werden die Hilfsgüter in Containern eingeschifft und nach Mombasa/Kenia gebracht. Auf dem Landweg geht es dann weiter nach Uganda.

Dort warten Ärzte und Pfleger in zwei Krankenhäusern – im Lubaga-Hospital in der Hauptstadt Kampala, das ein Partnerhaus der Sindelfinger Klinik ist, sowie in der Klinik in der Stadt Naggalama, ein Partner des Calwer Hauses, – dringend auf die medizinischen Geräte. Denn die Versorgung ist offenbar überall verbesserungswürdig. „Sogar im Hauptstadtkrankenhaus wird das OP-Besteck in einem Topf sterilisiert“, sagt Wolfgang Fischer, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins. Im anderthalb Stunden entfernten Krankenhaus in Naggalama, das für 300 000 Menschen zuständig ist, mangele es nahezu an allem. „Die Schwestern arbeiten dort mit bloßen Händen, obwohl viele Patienten aidsinfiziert sind“, berichtet Fischer. Hochwillkommen seien deshalb die 15 000 Einweg-Handschuhe im Transport.

Transport dauert zwei Monate

Rund zwei Monate wird die Reise von Weil der Stadt nach Kampala und Naggalama dauern. Im Februar fliegt Fischer nach Uganda und kontrolliert, ob alles angekommen ist und seiner Bestimmung gemäß genutzt werden. „Schließlich befinden sich im Container Dinge, die man auch gut verkaufen könnte“, erklärt Fischer.

Es ist dieser direkte Draht zu den Projekten in Afrika, die Männer wie David Götz zum Mithelfen bewegen. „Hier weiß ich, dass die Hilfe auch direkt ankommt“, sagt der Weil der Städter. Auf Anfrage von Wolfgang Fischer, stellte er spontan seine riesige Gerätehalle zur Verfügung, um die Hilfsgüter zu lagern. Und beim Einpacken half der Landwirt eifrig mit. Nur mit seinem Traktor gelang es, das 1000 Kilogramm schwere Röntgengerät in den Lastwagen zu hieven. Bei einem solchen Projekt sind auch die sonst häufig politischen Differenzen zwischen dem CDU-Stadtrat Götz und seinem Grünen-Kollegen Fischer nebensächlich. „Wenn ich helfen kann, tue ich das gerne“, sagt der Landwirt.

Zu den Helfern gehört auch Sylvia Gayer, Anästhesieschwester in der Böblinger Klinik, die im Januar für einige Wochen im Krankenhaus in Naggalama aushelfen wird. So kann sie die Mitarbeiter in die Handhabung der deutschen Geräte einweisen. Das Lubaga-Hospital in Kampala hat dafür eigene Spezialisten: die Krankenschwestern Frances, Margret und Leticia. Sie wurden in den vergangenen zwei Jahren in Sindelfingen und Böblingen zu OP-technischen Assistentinnen ausgebildet. Nun geben sie ihr Wissen in Uganda weiter.




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