Studie im Schwarzwald Weidetiere fördern Artenvielfalt bei Insekten

Der Kot einer Kuh wirkt zunächst abstoßend, doch Dunghaufen werden teilweise von mehr als 800 Kleintieren besiedelt. (Archivbild) Foto: imago stock&people/imago stock&people
Der Kot einer Kuh wirkt zunächst abstoßend, doch Dunghaufen werden teilweise von mehr als 800 Kleintieren besiedelt. (Archivbild) Foto: imago stock&people/imago stock&people

Dunghaufen von Weidetieren sind Lebensraum für eine Vielzahl unterschiedlicher Käfer. Wissenschaftler haben deren Beitrag für das Ökosystem im Nordschwarzwald untersucht.

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Seebach - Weidetiere wie Schafe, Pferde und Heckrinder auf den Bergheiden im Nordschwarzwald fördern einer Studie zufolge die Artenvielfalt bei Insekten. Mehr als 30 verschiedene Dungkäferarten seien bei Untersuchungen nachgewiesen worden, teilte der Nationalpark Schwarzwald am Dienstag in Seebach (Ortenaukreis) mit. Im Mittel hätten 50 Käfer die Dunghaufen besiedelt, sagte Käferspezialist Jörn Buse. „Einzelne Dunghaufen enthielten sogar mehr als 800 Tiere.“

Die Käfer haben im Ökosystem eine wichtige Rolle, wie der Experte für Biodiversität im Nationalparkteam erläuterte: „Ohne ihre fleißige Arbeit wäre der Nährstoffkreislauf nicht geschlossen.“ Die Hinterlassenschaften der Käferlarven seien Dünger für Pflanzen. Außerdem belüfteten die Käfer den Boden, wenn sie sich hindurchgraben - und brächten so auch im Dung enthaltene Pflanzensamen in den Boden.

Ein etwa 600 Kilogramm schweres Rind liefere im Laufe seines Lebens mehr als elf Tonnen Dung auf der Weidefläche, hieß es unter Berufung auf Untersuchungen aus England. Etwa 120 Kilogramm Insektenlarven nutzten den Dung. „Grob geschätzt kann man sagen, dass jedes extensiv gehaltene Rind eine Masse an Insekten fördert, die etwa einem Fünftel der eigenen Körpermasse des Rindes entspricht“, sagte Buse. Gerade Rinderhaltung werde mit Blick auf den Klimawandel wegen der CO2-Bilanz zunehmend negativ beurteilt. Bei Freilandhaltung ergibt sich seinen Angaben nach ein anderes Bild: „Ihr Beitrag für den Insektenschutz wird bisher stark unterschätzt.“

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