Studie zu Dosenbier Ungewolltes Überlaufen: Ob das Klopfen auf die Bierdose wirklich hilft

Von Leoni Schmidt-Enke 

Lebensnahe Forschung: Dänische Fachleute haben herausgefunden, ob klopfen auf die Dose wirklich verhindert, dass das Bier überläuft.

Dosenbier bietet manchmal eine unangenehme Überraschung beim Öffnen. Foto: dpa/Jens Büttner
Dosenbier bietet manchmal eine unangenehme Überraschung beim Öffnen. Foto: dpa/Jens Büttner

Odense - Zisch! Dieses Geräusch ist der erste Vorbote der Katastrophe. Klack! Der Metallverschluss der Bierdose ist offen und schon dringen weiße Bläschen heraus, der goldgelbe Gerstensaft platzt schlimmstenfalls in einer Fontäne hinterher. Das Ergebnis: Eine klebrige Sauerei in der Umgebung und eine deutlich leichtere Bierdose mit schalem Inhalt.

Der Grund für dieses Phänomen ist das im Bier enthaltene Kohlendioxid. Bei der Herstellung von Bier wird es unter hohem Druck in dem Getränk gelöst. Wenn eine Dose vor dem Öffnen geschüttelt wird, bilden sich im Bier Kohlendioxid-Blasen. Beim Öffnen der Dose sinkt dann der Druck schlagartig, was dazu führt, dass in der Flüssigkeit nur noch wenig Gas gelöst sein kann. Das ungelöste Kohlendioxid verlässt die Flüssigkeit und verbindet sich mit den vorgeformten Blasen, was zu einem schnellen Blasenwachstum und so zum Überlaufen der Dose führt. Um das zu verhindern gibt es seit jeher den Tipp, mit dem Fingernagel mehrmals auf das Blech der Dose zu klopfen – dann soll es nicht mehr spritzen. Ein Team aus Fachleuten in Dänemark hat jetzt überprüft, ob das wirklich stimmt.

Es ging gleich viel Bier verloren

Das Ergebnis der Studie mit 1031 Bierdosen – gesponsert von der dänischen Brauerei Carlsberg – ist allerdings ernüchternd. Dreimal klopften die Wissenschaftler mit einem einzelnen Finger an die Seite der geschüttelten oder ungeschüttelten Dosen. Zum Vergleich gab es zwei Kontrollgruppen, bei denen kein Klopfen erfolgte. Dann öffneten sie die Dosen und warteten, bis sich eventuelles Spritzen gelegt hatte, um die Dosen danach zu wiegen und ihr Gewicht mit der Zahl zu vergleichen, die vor dem Öffnen der Dose auf der Waage gestanden hatte. Das Klopfen hat laut Studie sogar einen theoretischen Hintergrund: Die Vibrationen könnten die Kohlendioxid-Blasen dazu bringen, aufzusteigen und das Gas würde sich im leeren Raum über dem Bier ansammeln. Nachdem 1031 Mal Dosen geöffnet und gewogen waren, zeigte sich allerdings: Trotz Klopfen ging gleich viel Bier verloren.

Einzige Lösung: Warten

Das Fazit der dänischen Fachleute ist deshalb klar: Sie empfehlen das Klopfen nicht als Lösung für spritzende Bierdosen. Der einzige Ausweg sei – so heißt es abschließend – zu warten, bis die Blasen sich wieder aufgelöst haben, bevor man die Dose öffnet.

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