Stuttgart statt Bayreuth Open-Air-Projekt von Valentin Schwarz an der Staatsoper Stuttgart

Von red/dpa/lsw 

Valentin Schwarz’ Interpretation vom „Ring des Nibelungen“ bei den Festspielen in Bayreuth fällt wegen der Corona-Pandemie aus. Stattdessen kommt er im Juli mit einem Projekt über Richard Wagner an die Staatsoper Stuttgart.

Stuttgart statt Bayreuth: Regisseur Valentin Schwarz widmet sich an der Stuttgarter Staatsoper einem Demokratie-Projekt um Richard Wagner. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt
Stuttgart statt Bayreuth: Regisseur Valentin Schwarz widmet sich an der Stuttgarter Staatsoper einem Demokratie-Projekt um Richard Wagner. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Bayreuth/Stuttgart - Eigentlich sollte der Regisseur Valentin Schwarz in diesem Sommer den „Ring des Nibelungen“ bei den Bayreuther Festspielen auf die Bühne bringen - stattdessen plant er nun in Stuttgart ein Open-Air-Projekt über Richard Wagner. „Die Stuttgarter Oper wurde ja auch einst „Winter-Bayreuth“ genannt“, sagte Schwarz im Interview des Nordbayerischen Kuriers (Donnerstag). „Insofern fand ich es nicht unpassend, hier mit einem gewissen Augenzwinkern Wagner reinzuholen.“

Demokratie mit Richard Wagner

Geplant ist das Projekt mit dem Titel „Demo(kratie) - Ein Bühnenfreifestspiel“ zwischen dem 12. und 16. Juli in der Innenstadt. „Wir befragen dabei Richard Wagner, der ja, neben vielem anderen, auch ein Revolutionär war und im Zuge des Dresdner Maiaufstands 1849 sehr empathische Schriften zur Revolution und zum Freiheitsbegriff verfasst hat“, erläuterte Schwarz seine Idee. „Die wollen wir aufnehmen, zur Diskussion stellen und mit den Vorstellungen von heute kontrastieren. Und auch das Bewusstsein in jedem Einzelnen wecken: Wofür lohnt es sich, auf die Straße zu gehen?“

„Ring“ soll 2022 in Bayreuth aufgeführt werden

Weil die Festspiele in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen, soll Schwarz’ Interpretation von Wagners vierteiliger Oper erst 2022 auf die Bühne kommen. Die Verschiebung sei „dispositionell nicht ganz anspruchslos“, sagte er dem „Nordbayerischen Kurier“. „Im engen Austausch mit den Festspielen sind wir aber zuversichtlich, dass unser „Ring“ 2022 stattfinden kann.“ Ändern wolle er an seinem Konzept bis dahin voraussichtlich nichts mehr. Er hielte es für „überstürzt, wollte man jetzt mit Biegen und Brechen seine Corona-Erfahrungen darin einpflegen“.




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