Stuttgarter Rugby-Club Gerangel ums Leder-Ei

Beim Stuttgarter Rugby-Club geht es zur Sache, auch bei den Damen. Da kann es schon mal passieren, dass eine Spielerin nach dem Training mit einem blauen Auge heim kommt. Foto: Philipp Tharang
Beim Stuttgarter Rugby-Club geht es zur Sache, auch bei den Damen. Da kann es schon mal passieren, dass eine Spielerin nach dem Training mit einem blauen Auge heim kommt. Foto: Philipp Tharang

Beim Rugby geht es oft zur Sache. Die Sportart gefällt trotzdem nicht nur harten Kerlen, sondern auch Frauen, die keine Angst vor blauen Flecke haben.

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Degerloch - Und dann stürzen sich alle auf das Leder-Ei. Es wird geschoben und gedrückt, bis der ovale Ball wieder aus dem Menschenknäuel zum Vorschein kommt. Das Ei muss hinter die gegnerische Torlinie, ins so genannte Malfeld. Und das ist gar nicht so einfach, denn die Spieler dürfen den Ball nicht nach vorne werfen, sondern nur zurück. Sie dürfen den Ball aber kicken, oder der Träger rast mit seinen Stollenschuhen los, das Leder-Ei in der Hand. Er muss aber stets damit rechnen, dass ihn einer der Gegner umhaut und ihm den Ball wegschnappt. So geht Rugby.

Wem das Gerangel gefällt, kann sich beim Stuttgarter Rugby-Club (SRC) darin üben. Der Verein trainiert an der Hohen Eiche in Degerloch. „Rugby ist eine sehr kontaktfreudige Sportart“, erklärt Sabine Missbach, die erste Vorsitzende des Clubs. Eine Schutzausrüstung tragen die Spieler nicht. Um sich nicht zu verletzen, sollten sich die Sportler fit halten.

Mit blauem Auge im Büro

Beim SRC rangeln nicht nur harte Kerle ums Leder-Ei, sondern auch Frauen und Kinder. Und geschont wird keiner. Vor blauen Flecken und kleineren Wehwehchen sollte man also keine Angst haben. „Es kann schon mal vorkommen, dass man am nächsten Tag mit einem blauen Auge im Büro sitzt“, sagt die Vereinsvorsitzende Missbach. Sie weiß, wovon sie spricht, sie ist selbst Mitglied in der Frauenmannschaft. Die Spielerinnen im Frauenteam sind bunt gemischt: „Junge und Alte, Dicke und Dünne, Kleine und Große, im Rugby findet jeder seinen Platz“, sagt sie.

Den SRC gibt es seit 1998. Die Sportler von der Hohen Eiche dürfen getrost als exotisch gelten – hierzulande. „Der Rugbysport ist in Deutschland eine absolute Randsportart“, sagt Missbach. Rugby kenne man in aller Regel als Männersportart aus dem Fernsehen. Dabei hat Rugby in Stuttgart eine lange Tradition. Bereits 1860 wurde in Bad Cannstatt der erste Verein gegründet. Und was die meisten vermutlich nicht wissen: Auch der VfB war zu Beginn ein Rugby-Club.

Fußball und Rugby haben dieselbe Heimat: beide Sportarten stammen aus England. Der Rugby ist der Vorläufer von American Football. Warum das Spiel mit dem ovalen Ball hierzulande ein Schattendasein fristet, erklärt sich Missbach so: „Für viele Zuschauer sieht unser Sport auf den ersten Blick brutal und gefährlich aus“, sagt sie. „Das schreckt zunächst ab.“ Dabei sei Rugby eine sehr faire Sportart. Die meisten Blessuren entstünden – wie bei anderen Sportarten auch – weil die Rugby-Spieler nicht aufpassen oder sich nicht lang genug aufgewärmt haben. Größere Verletzungen gäbe es allerdings so gut wie nie.

STUTTGARTER RUGBY-CLUB

Anschrift: Schwabstraße 69, 70197 Stuttgart
Telefon: 01 78 / 1 67 77 21
Mail: rugby.stuttgart@gmx.de
Homepage: www.rugby-stuttgart.de
Vorsitzende: Sabine Missbach
Gründungsjahr: 1998
Mitgliederzahl: 185

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