Tag der Pressefreiheit Gegen Hetze und Zensur

Von pö 

Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit setzen die Zeitungsverleger ein Zeichen gegen die Einschüchterung und Verfolgung von Journalisten – mit einem Werk des Malers Norbert Bisky.

„Rauschen“ nennt Norbert Bisky sein Werk zum Internationalen Tag der Pressefreiheit Foto: Norbert Bisky und VG-Bild-Kunst, Bonn   Foto: Bernd Borchardt
„Rauschen“ nennt Norbert Bisky sein Werk zum Internationalen Tag der Pressefreiheit Foto: Norbert Bisky und VG-Bild-Kunst, Bonn   Foto: Bernd Borchardt

Stuttgart - Überwachung und Einschüchterung, Verhaftungen und Mordanschläge – viele Journalisten müssen in einem Klima der Angst arbeiten. Um die Pressefreiheit auf der Welt steht es heute deutlich schlechter als früher. Besonders finster sieht es laut der aktuellen Rangliste der Organisation Reporter ohne Grenzen in Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan aus. Am besten ist die Lage in Norwegen, Finnland und Schweden.

Aber auch in Europa gibt es besorgniserregende Entwicklungen – wie die Ermordung des slowakischen Investigativjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten im vorigen Jahr gezeigt hat. Der Druck auf Journalisten wächst selbst in EU-Mitgliedsländern. Besonders in Ländern mit nationalistisch-populistischen Regierungen wird von ranghohen Politikern gegen Journalisten gehetzt. Auch in Deutschland ist die Zahl tätlicher Angriffe auf Reporter gestiegen – vor allem am Rande von rechtspopulistischen Veranstaltung kam es zu Übergriffen.

Ein Grundrecht verteidigen

Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai setzt der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) deshalb ein sichtbares Zeichen: Mit einem Kunstwerk des Malers Norbert Bisky tritt er für das Recht der Journalisten ein, überall auf der Welt frei und ohne Angst berichten zu können.

Norbert Bisky gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Maler in Deutschland. Er wurde 1970 in Leipzig geboren und wuchs in der DDR auf. „Mir persönlich bedeutet Meinungs- und Pressefreiheit sehr viel, weil ich in einem Land groß geworden bin, in dem es nichts Langweiligeres gab als die Presse“, sagt der heute in Berlin lebende Künstler. „Weil sie völlig gleichgeschaltet schwarz-weiß langweilig war und immer nur das verkündet hat, was vorher die Mächtigen schon abgesegnet haben.“

Bisky ist bekannt für seine meist großformatigen, farbsprühenden Darstellungen. Er ist nach Ai Weiwei (2016), Yoko Ono (2017) und Georg Baselitz (2018) bereits der vierte namhafte Künstler, der ein besonderes Werk zu diesem Anlass geschaffen hat. „Deutschland ist eines der wenigen Länder, in denen das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit nicht nur im Grundgesetz verankert ist, sondern täglich gelebt wird“, erklärt BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. Doch auch hierzulande müsse dieses wichtige Grundrecht immer wieder verteidigt werden.




Unsere Empfehlung für Sie