„Tag gegen Gewalt an Frauen“ in Stuttgart „30 Prozent mehr Fälle als vor einem Jahr“

Vom Schlossplatz zog die Kundgebung weiter bis zum Rotebühlplatz. Foto: LICHTGUT/Leif Piechowski 5 Bilder
Vom Schlossplatz zog die Kundgebung weiter bis zum Rotebühlplatz. Foto: LICHTGUT/Leif Piechowski

Wohl selten war ein solcher Aktionstag angebrachter als diesmal. Von „30 Prozent mehr Fällen als vor einem Jahr“ sprachen Rednerinnen am Mittwochabend auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Dorthin hatte das Frauenbündnis Stuttgart zur lokalen Kundgebung aufgerufen.

Stuttgart - Alljährlich wird am 25. November ein „internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen“ begangen, Auslöser war die Ermordung von drei Schwestern, die vor genau 60 Jahren in der Dominikanischen Republik durch den militärischen Geheimdienst ermordet wurden. Wohl selten war ein solcher Aktionstag angebrachter als diesmal. Denn in Zeiten der Corona-Pandemie sind vermehrt Frauen von Gewalt betroffen. Die eigenen vier Wände, in denen sich viele beim Kampf gegen die Virusausbreitung häufiger als gewöhnlich befinden, sind gerade für Frauen offenbar kein sicherer Rückzugsort.

„Alltäglicher Sexismus“ in Kneipen, auf der Straße, im Netz

Die steigende Zahl von Anrufen bei Polizei oder Frauenhäusern deuten auf eine Zunahme der häuslichen Gewalt hin. Von „30 Prozent mehr Fällen als vor einem Jahr“ sprachen Rednerinnen am Mittwochabend auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Dorthin hatte das Frauenbündnis Stuttgart zur lokalen Kundgebung aufgerufen. Verschiedene feministische Gruppen und rund 200 Zuhörer folgten verschiedenen kurzen Auftritten. Von Rednerinnen angeprangert wurde der „alltägliche Sexismus“, dem Frauen auf der Straße, in der U-Bahn oder der Kneipe, aber auch immer mehr in sozialen Netzwerken im Internet ausgesetzt wären.

„Gewalt hat viele Seiten – unser Widerstand auch!“

Betont wurde auch, dass Gewalt gegen Frauen „kein Zufallsprodukt“ und auch „keine Einzelfälle“ sei, sondern „in den patriarchalischen Verhältnissen systematisch verankert“ wäre. „Gewalt hat viele Seiten – unser Widerstand auch!“, so eine kämpferische Rednerin. Vom Schlossplatz zog die Kundgebung weiter bis zum Rotebühlplatz. Eine zweite Protestaktion unter dem Titel „Sexismus am Arbeitsplatz“ fand fast zeitgleich in Bad Cannstatt vor dem Bahnhof statt.




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